
Forscher warnen vor nahen Klima-Kipppunkten
n-tv
Internationale Klimaforscher schlagen Alarm: Die 1,5-Grad-Grenze wurde 2024 für zwölf Monate überschritten. Kippelemente drohen zu kippen.
Ein internationales Forscherteam sieht die Gefahr einer beschleunigten Erderwärmung. Mehrere Teile des Erdsystems könnten bereits näher an einer Destabilisierung sein als angenommen. Ein Grund für die Beschleunigung ist paradoxerweise der Rückgang der Luftverschmutzung.
Ein internationales Forscherteam warnt eindringlich vor einer beschleunigten Erderwärmung, die zu einer dauerhaften Hitzephase führen könnte. "Das Klima der Erde entfernt sich gerade von den stabilen Bedingungen, die die menschliche Zivilisation über Jahrtausende hinweg getragen haben", schreibt es im Fachjournal "One Earth". Mehrere Teile des Erdsystems könnten bereits näher an einer Destabilisierung sein als angenommen.
Die Forschenden zeigen das Zusammenspiel der Faktoren, das die Erde in ein sogenanntes Hothouse verwandeln könnte - eine für den Menschen gefährliche, dauerhafte Heißphase. Werde dieser Pfad einmal beschritten, lasse er sich kaum noch stoppen, schreibt das Team um William Ripple von der Oregon State University in Corvallis. Sie sehen aber noch ein kurzes Zeitfenster zum Gegensteuern.
Seit rund 11.700 Jahren ist das Klima vergleichsweise stabil, was die Entstehung der Landwirtschaft und vieler Ökosysteme erst möglich machte. Um die Bedingungen zu bewahren, wurde im Klimaabkommen von Paris vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Wobei es dabei um eine Durchschnittstemperatur über mehrere Jahre hinweg geht.
Für zwölf Monate hintereinander seien die 1,5 Grad Erwärmung bereits im Jahr 2024 überschritten gewesen - einhergehend mit Hitzerekorden, Waldbränden, Überschwemmungen und anderen Extremen. Viele Klimamodelle hätten einen späteren Zeitpunkt vorhergesagt, was unterstreiche, wie rasch der Klimawandel voranschreite, schreibt das Team.













