
Neues Alzheimer-Medikament hat laut Experten keinen Zusatznutzen
n-tv
Deutschlands erster Alzheimer-Wirkstoff wirkt laut Experten nicht besser als herkömmliche Mittel. Doch an der Bewertung gibt es Kritik. Eine Entscheidung bei einem zweiten Medikament steht noch aus.
Deutschlands erster Alzheimer-Wirkstoff wirkt laut Experten nicht besser als herkömmliche Mittel. Doch an der Bewertung gibt es Kritik. Eine Entscheidung bei einem zweiten Medikament steht noch aus.
Es ist ein Rückschlag für einen Hoffnungsträger: Für den Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab gibt es nach Ansicht eines entscheidenden Expertengremiums keinen belegten Zusatznutzen im Vergleich zu älteren Behandlungsansätzen. Der erste Wirkstoff in Deutschland, der sich direkt gegen die Eiweißablagerungen im Gehirn wende, habe bei Symptomatik oder Lebensqualität nicht besser abgeschnitten als Behandlungen, die nur auf Symptome zielten, schreibt der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA).
Wie geht es nun weiter mit dem Alzheimer-Mittel?
Lecanemab kann trotz dieses Beschlusses zunächst weiter verordnet werden - langfristig ist das jedoch fraglich: Der G-BA-Beschluss hat großen Einfluss auf die Verhandlungen über den Preis, den gesetzliche Krankenkassen für Lecanemab zu zahlen bereit sind - und damit auch darauf, ob der Hersteller es überhaupt auf dem deutschen Markt belässt. Im konkreten Fall ist das Problem, dass Lecanemab etwa hundertfach teurer ist als die schon länger verfügbaren, auf Symptome abzielenden Mittel, wie Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, erklärt.
Bei keinem Zusatznutzen darf der Preis des neuen Medikaments nicht allzu stark von dem verfügbarer Arzneimittel abweichen. In diesem Falle sind dies Acetylcholinesterase-Hemmer mit Jahresbehandlungskosten von etwa 250 Euro anstelle von 25.000 Euro für den Antikörper. So tief senken werde der Hersteller den Preis bei Lecanemab aber sehr wahrscheinlich nicht können - und es stattdessen womöglich lieber vom deutschen Markt nehmen. Für die Verhandlungen gibt es einen Zeitraum von sechs Monaten. "Danach wird Lecanemab in Deutschland dann womöglich nicht mehr angeboten", so Berlit.













