
Neu entdecktes Virus könnte zu Darmkrebs führen
n-tv
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen der westlichen Welt. Rund ein Drittel der Betroffenen stirbt daran. Dennoch ist bisher nicht klar, wie es dazu kommt. Forschende stoßen auf ein bisher unbekanntes Virus, das möglicherweise ein Auslöser sein könnte.
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen der westlichen Welt. Rund ein Drittel der Betroffenen stirbt daran. Dennoch ist bisher nicht klar, wie es dazu kommt. Forschende stoßen auf ein bisher unbekanntes Virus, das möglicherweise ein Auslöser sein könnte.
Ein bisher unbekanntes Virus könnte eine Hauptursache für Darmkrebs sein. Das hat ein Forschungsteam der Universität Süddänemark und des Universitätsklinikums Odense herausgefunden. Das Virus, das bisher keinen Namen trägt, wurde in einem häufig vorkommenden Darmbakterium entdeckt. Es handelt sich also um einen sogenannten Bakteriophagen. Das ist ein Virus, das ein Bakterium befallen hat. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden bei "Nr
Für die Untersuchung nahmen die Forschenden ein bestimmtes Bakterium genauer unter die Lupe. Das sogenannte Bacteroides fragilis stand bereits zuvor in dem Verdacht, bei der Entstehung von Darmkrebs eine Rolle zu spielen. Bisher wusste man jedoch nicht, in welcher Weise, denn das Bakterium ist auch bei gesunden Menschen nachweisbar.
Zunächst wurden die Daten aus einer dänischen Bevölkerungsstudie mit rund zwei Millionen Bürgern analysiert und diejenigen herausgefiltert, die eine schwere Blutvergiftung durch Bacteroides fragilis erlitten hatten. Bei einigen aus dieser Patientengruppe wurde innerhalb weniger Wochen nach der Blutvergiftung Darmkrebs diagnostiziert.
Daraufhin wurden die gefundenen Bakterien von Krebs-Erkrankten und von gesunden Personen genetisch untersucht. Es zeigte sich, dass Bakterien von Krebspatienten häufiger mit bestimmten Viren infiziert waren als von gesunden Menschen. Der Hinweis, der sich daraus ergab, wurde später mit großen internationalen Datensätzen abgeglichen. Mit Stuhlproben von 877 Personen mit und ohne Darmkrebs aus Europa, den Vereinigten Staaten und Asien wollten das Forschungsteam ihre Hypothese überprüfen. Sie stellten fest, dass bei Darmkrebs-Betroffenen die Wahrscheinlichkeit, Spuren der bisher unbekannten Viren doppelt so hoch waren im Vergleich zu gesunden Personen.













