
Klimawandel bedroht die Hälfte aller Weideflächen
n-tv
Eine PIK-Studie prognostiziert bis zu 65 Prozent weniger nutzbare Weideflächen in Afrika bis 2100.
Eine neue Studie prognostiziert eine drastische Verkleinerung der weltweiten Weideflächen durch den Klimawandel. Bis zu 140 Millionen Menschen und 1,6 Milliarden Tiere könnten ihre Lebensgrundlage verlieren. Ein Kontinent ist davon besonders stark betroffen.
Weideflächen verkleinern sich einer Prognose zufolge bei einem weltweiten Temperaturanstieg infolge des Klimawandels künftig deutlich. Je nach Szenario würden bis zum Jahr 2100 etwa 36 bis 50 Prozent der heute klimatisch geeigneten Weideflächen ihre Nutzbarkeit verlieren, heißt es in einer Studie unter Federführung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Davon wären 110 bis 140 Millionen Menschen betroffen, die von Weidewirtschaft leben, außerdem bis zu 1,6 Milliarden Weidetiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen.
"Weidehaltung ist stark von Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wasserverfügbarkeit abhängig", sagt Co-Autor Maximilian Kotz. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel die Flächen, in denen diese Form der Landwirtschaft funktionieren kann, deutlich einschränkt und landwirtschaftliche Praktiken erschwert, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben."
Besonders spürbar seien die Veränderungen in Ländern, "wo die Menschen bereits unter Hunger, wirtschaftlicher und politischer Instabilität sowie hoher Geschlechterungleichheit leiden", ergänzt Erstautorin Chaohui Li.
Betroffen ist laut der im Fachmagazin "PNAS" veröffentlichten Studie vor allem Afrika: Je nach Klimaszenario könnten die geeigneten Graslandflächen dort um 16 Prozent oder sogar um bis zu 65 Prozent schrumpfen, falls der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiter steigt. Bereits heute lägen die Temperaturen in vielen Regionen des Kontinents am oberen Rand dessen, was für Weidehaltung noch klimatisch verträglich sei, heißt es.













