
Chinas Jugend lässt sich von KI therapieren
n-tv
Viele junge Chinesen meiden professionelle Hilfe und setzen auf KI wie DeepSeek, berichten Experten.
Der Druck auf junge Chinesen ist enorm. Ein Fünftel leidet unter Depressionen, Suizid ist eine der häufigsten Todesursachen. Der Gang zum Therapeuten aber ist tabu. Deshalb vertrauen sich immer mehr Betroffene einer KI an. Die bietet vorurteilsfreie Hilfe - und schafft neue Abhängigkeiten.
Viele junge Menschen in China kämpfen mit psychischen Problemen. Experten zufolge suchen sie zunehmend Rat bei Künstlicher Intelligenz. "Das emotionale Wohlbefinden von jungen Menschen in China steckt in einer Krise", heißt es in einem Buch der Psychologin Olive Woo und des KI-Experten Yuk Ming Tang. Zugleich seien psychische Erkrankungen in der chinesischen Gesellschaft noch immer stigmatisiert, entsprechend hoch sei die Hürde, sich Hilfe bei einem Therapeuten zu holen.
Junge Menschen in China stehen unter enormem Druck: Als Einzelkinder müssen sie Familienerwartungen erfüllen, Plätze an den besten Schulen und Universitäten ergattern und nach dem Abschluss auf dem schwächelnden Arbeitsmarkt einen Job finden. Hinzu komme sozialer Druck durch den Dauervergleich in sozialen Medien und der Stress, dort womöglich etwas zu verpassen.
Laut Woo gelten psychische Probleme in China zudem als eigenes oder familiäres Versagen. Der drohende Gesichtsverlust könne verhindern, dass junge Leute professionelle Hilfe bei einem Therapeuten suchen, heißt es im Buch "DeepSeek and Mental Health Support Among Chinese Youth".
Die Zahlen der sogenannten "stillen Epidemie" seien erschreckend. Suizid ist demnach eine der häufigsten Todesursachen bei Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Nach Schätzungen litten rund ein Fünftel der Jugendlichen unter Symptomen einer Depression. Unzählige Menschen erhielten nicht die Unterstützung, die sie dringend benötigten.













