
Vogelkot verhalf Königreich zu Macht und Wohlstand
n-tv
"Weißes Gold": Der Kot von Seevögeln war ausschlaggebend für den Aufstieg eines mächtigen Reiches im alten Peru. Einer Studie zufolge war der Guano genannte Dünger die Grundlage für Wohlstand und Handel. Auch der spätere Reichtum Perus im 19. Jahrhundert basierte auf diesem Rohstoff.
"Weißes Gold": Der Kot von Seevögeln war ausschlaggebend für den Aufstieg eines mächtigen Reiches im alten Peru. Einer Studie zufolge war der Guano genannte Dünger die Grundlage für Wohlstand und Handel. Auch der spätere Reichtum Perus im 19. Jahrhundert basierte auf diesem Rohstoff.
Vogelkot war einer Studie zufolge der Motor für den Aufstieg eines mächtigen Königreichs. Der sogenannte Guano habe das Küstenvolk der Chincha zu einer der wohlhabendsten und einflussreichsten Gesellschaften vor der Inka-Zeit gemacht, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal "PLOS One". "In den alten Andenkulturen war Dünger Macht", erklärte Hauptautor Jacob Bongers von der University of Sydney.
Guano ist ein natürliches Düngemittel aus den getrockneten Exkrementen von Seevögeln oder Fledermäusen mit hohem Gehalt an Stickstoff, Phosphor und anderen Nährstoffen. "Guano steigerte die Maisproduktion dramatisch", so Bongers. "Und dieser landwirtschaftliche Überschuss trug entscheidend zur Wirtschaft des Chincha-Königreichs bei, förderte dessen Handel, Wohlstand, Bevölkerungswachstum und regionalen Einfluss und prägte dessen strategische Allianz mit dem Inka-Reich."
Das Chincha-Königreich war eine präkolumbianische Kultur an der Pazifikküste im heutigen Peru. Der mächtige Küstenstaat blühte mit zeitweise wohl mehr als 100.000 Einwohnern von etwa 1000 bis 1400 nach Christus im Chincha-Tal südlich von Lima. Im Zuge der spanischen Eroberung brach die Bevölkerungszahl durch Krankheiten und Unruhen komplett ein, die Kultur verlor rasch an Bedeutung.
"Wir wissen, dass die Chincha außerordentlich wohlhabend und eine der mächtigsten Küstengesellschaften ihrer Zeit waren", sagte Bongers. "Aber worauf beruhte dieser Wohlstand?" Zur Klärung analysierte das Team die biochemischen Eigenschaften von 35 Maisproben aus Grabstätten im Chincha-Tal. Gefunden wurden außergewöhnlich hohe Stickstoffwerte, die weit über die für die Region typischen natürlichen Bodenbedingungen hinausgingen. Dies deute stark darauf hin, dass die Pflanzen mit Seevogel-Guano gedüngt wurden, der reich an Stickstoff ist.













