Wenn KI-Agenten das Shoppen übernehmen
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Einkaufen per KI-Dialog: Googles neues Gemini-Tool übernimmt Auswahl und Kauf. Das bringt Komfort – und neue Abhängigkeiten.
Einkaufen per KI-Dialog: Googles neues Gemini-Tool übernimmt Auswahl und Kauf. Das bringt Komfort – und neue Abhängigkeiten für Verbraucher, Händler und den Wettbewerb. Google hat mit "Gemini Enterprise for Customer Experience" (CX) ein neues KI-Tool vorgestellt. Es soll nicht nur Produkte empfehlen, sondern Kaufentscheidungen vorbereiten oder sogar ausführen - ohne externe Shops. KI-Agenten übernehmen damit eine aktive Rolle beim Einkaufen. Was wie ein Fortschritt wirkt, könnte den Onlinehandel grundlegend verändern - mit Folgen für Verbraucher, Händler und Wettbewerb. Die neuen Funktionen starten zunächst in den USA, doch die Gemini-App ist auch in Deutschland verfügbar. Händler müssen sich vorbereiten. Nutzer geben ihre Wünsche in natürlicher Sprache an: Budget, Marken, Lieferzeit oder Nachhaltigkeit. Die KI durchsucht Angebote, priorisiert passende Produkte, ermöglicht den direkten Kauf und übernimmt Service oder Rückabwicklung. Suche, auswählen, Zahlung und Kundenservice bündeln sich in einer Anwendung - der Umweg über Vergleichsportale entfällt. Für Verbraucher liegt der Vorteil auf der Hand: weniger Aufwand, schnellere Entscheidung, ein reibungsloser Kaufprozess. Besonders bei standardisierten Produkten steigt der Komfort deutlich. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von der Plattform, die diesen Prozess steuert. Wettbewerbsrechtler Professor Rupprecht Podszun warnt: "Dienste zu bündeln ist erlaubt, problematisch wird es, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen seine Stellung ausnutzt."
