Warum russische Soldaten wütend auf den Kreml sind
ZDF
Erst schaltete Musk der russischen Armee Starlink ab, nun stört der Kreml den Zugang zu Telegram. Warum das Russlands Armee womöglich schadet.
In Russland herrscht Aufruhr. Erst wurde der russischen Armee der Starlink-Zugang gekappt, jetzt stört der Kreml den Zugang zu Telegram. Ein Problem für die Front. Es sind Bilder, die auf Social Media seit Jahren jeden Tag gepostet werden und damit den Ukraine-Krieg real werden lassen. Zu Hunderttausenden setzen beide Armeen sie ein, es ist der erste große Krieg, in dem Drohnen eine tragende Rolle spielen. Sie liefern Bilder in Echtzeit und sind präzise und tödliche Waffen. Gesteuert werden sie mit hauchdünnen Glasfaserkabeln oder über Funkkanäle, direkt oder über Satellitentechnik wie Starlink. In den vergangenen Monaten tauchten auf Telegram immer mehr Videos von russischen Soldaten auf, die sich begeistert zeigten von der amerikanischen Technik. Einfach aufzubauen, einfach zu verbinden und einfach in der Handhabe. "Der Sieg wird unser sein", ist sich ein russischer Soldat gewiss. Starlink ist das Satelliten-Internet von US-Milliardär Elon Musk. Ein Netz von Tausenden Satelliten rund um den Globus ist miteinander verbunden und ermöglicht Nutzern fast überall auf der Erde schnelles Internet. Man braucht dafür nur ein eigenes Terminal. Das eigentlich sanktionierte Russland schmuggelte Tausende dieser Terminals an die Front und steuerte damit seine Drohnen tief auf ukrainisches Gebiet. "Der Vorteil ist, dass die Kommunikation über Starlink schwierig zu entschlüsseln und fast unmöglich zu stören ist, sagt der russische Militärexperte Jurij Fjodorow im Prager Exil. Die größeren Kommando-Posten seien natürlich mit Kabeln verbunden und so schwerer abzuhören oder in ihrer Kommunikation zu stören, aber sobald es in die kleineren Einheiten gehe, sei leicht zu bedienende Technik wie Starlink von unschätzbarem Wert. Die Ukraine beispielsweise nutzt Starlink seit Jahren und hatte damit immer einen Vorteil auf dem Schlachtfeld. Weil Russland sich nach und nach Starlink zu eigen machte, nahm Moskau Kiew einen wichtigen Vorteil auf dem Schlachtfeld. Nicht nur in der Kommunikation, auch große Drohnen konnten so ohne Kabelverbindung leichter weit hinter die feindlichen Linien fliegen und beispielsweise die Versorgung angreifen. Doch die militärische Führung in Kiew schlug Alarm und Elon Musk reagierte. Er schaltete Starlink für die russische Armee ab. "Es gibt einige ziemlich panische Berichte von russischen Militärkorrespondenten, die behaupten, es herrsche völlige Desorganisation", so Militärexperte Fjodorow.













