Warum Banken beim Schutz oft versagen
ZDF
Nach dem Raub in der Sparkasse Gelsenkirchen wird die Sicherheit von Bankschließfächern diskutiert. Schutzmaßnahmen fehlen oft, so Experten.
Ein Loch in der Wand und tausende aufgebrochene Schließfächer - beim Sparkassenraub von Gelsenkirchen verschwanden Millionen. Er war vermeidbar, sagen Experten. Manfred Troyke wohnt neben seiner Sparkasse, und als er an einem Wochenende Baulärm hört, denkt er sich nichts Böses. "Ich dachte, das sei Baulärm. Mittags hatten sie extra Pause gemacht, sonst hätte ich mich beschwert", erinnert er sich. Hätte er tun sollen, denn einen Alarm gab es nicht, als die Bankräuber sich über Stunden völlig ungestört mit einem Kernbohrer in die Sparkasse bohrten. Zurück blieben ein riesiges Loch und rund 600 ausgeräumte Schließfächer. Das war 2021 in Norderstedt bei Hamburg und es ähnelt stark Gelsenkirchen 2025. Und Steglitz 2013. Schon damals drangen Diebe durch einen Tunnel in die Volksbank ein. Ebenso wie in die Sparkasse Altona, 2021, wo eine Putzfrau die Diebe aufschreckte und vertrieb. Immer war ein Kernbohrer im Spiel, viel Lärm und kein Alarm. Nur einmal wurde ein Bohrer spektakulär in der Wand zurückgelassen: In der Deutschen Bank in Berlin-Wedding schlug 2013 ein Flächenalarm in der Wand an. Anwalt Jürgen Hennemann vertritt häufiger Geschädigte von Schließfachraubzügen, nicht nur die aus Norderstedt. Und er versteht nicht, warum es beim Schließfachraub immer wieder eine Art Murmeltiertag gibt: "Das Thema war 15 Jahre bekannt", so Hennemann weiter, "und es hätten alle marktüblichen Sicherheitsmaßnahmen technischer und sonstiger Art verwandt werden müssen."













