Streit eskaliert: Vergabe des Buchhandlungspreises abgesagt
ZDF
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagt die Verleihung des Buchhandlungspreises ab. Zuvor löste der Ausschluss dreier Buchläden Kritik aus.
Nach dem Ausschluss linker Buchläden sagt Kulturstaatsminister Weimer die Verleihung des Buchhandlungspreises ab. Schriftsteller kritisieren, die Meinungsfreiheit nehme Schaden. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) lässt die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises auf der Leipziger Buchmesse absagen. Hintergrund für die Entscheidung sei eine Debatte um die Streichung von drei Juryvorschlägen, teilte ein Sprecher des Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) mit. Weimers Entscheidung, drei linke Buchläden von der Liste für den Buchhandlungspreis zu streichen, hatte für massive Kritik gesorgt. Die Debatte drohe, den eigentlichen Sinn der Verleihung - die Ehrung unabhängiger Buchhandlungen - zu überlagern Ursprünglich hätte die Verleihung am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfinden sollen. Nun würden die ausgewählten Buchhandlungen ihre Urkunden und das Preisgeld auf direktem Wege erhalten, so der Sprecher. Die Hauptpreise sollen in gesonderter Form bekanntgegeben werden. Zuvor hatte Weimer drei Geschäften aus Berlin, Bremen und Göttingen die Teilnahme wegen Extremismusverdachts verwehrt, was teils auf Kritik gestoßen ist. Im Raum steht der Vorwurf, der Ausschluss der drei Buchhandlungen durch Weimer könnte unter Rückgriff auf ein regierungsinternes Verfahren erfolgt sein, das staatliche Finanzierung mutmaßlich extremistischer Vereinigungen und Veranstaltungen möglichst verhindern soll. Es sieht entsprechende Anfragen von Ministerien beim Bundesverfassungsschutz vor. Die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland erklärte angesichts des Falls, dass Meinungsfreiheit und -vielfalt auch die Freiheit der Buchhändler umfasse.













