
Volkswagen kämpft gegen sich selbst
n-tv
VW verschärft das Sparprogramm drastisch. Das Management reagiert damit nicht nur auf eine Krise, sondern auf strukturelles Versagen.
VW verschärft das Sparprogramm drastisch. Das Management reagiert damit nicht nur auf eine Krise, sondern auf strukturelles Versagen.
Was in Wolfsburg vorbereitet wird, ist kein normales Sparprogramm. Es ist ein Eingeständnis. Intern ist von bis zu 20 Prozent Kostensenkung bis 2028 die Rede. Wer in dieser Größenordnung kürzt, reagiert nicht auf eine konjunkturelle Schwäche. Er reagiert auf ein strukturelles Versagen.
260 Milliarden Euro Finanzschulden. Milliardeninvestitionen in Elektromobilität. Eine Softwareoffensive, die mehr Kapital bindet als Rendite liefert. In China zerbröseln die Margen, weil lokale Hersteller schneller und günstiger sind. In den USA verteuern Zölle das Geschäft. Gleichzeitig finanziert der Konzern zwei Welten: Verbrenner und Elektro. Doppelter Aufwand, halbierte Ertragskraft.
Konzernchef Oliver Blume hat intern klargemacht, dass die Gewinnschwelle sinken muss. Übersetzt heißt das: Das alte Erfolgsmodell ist zu teuer geworden. Skalierung, Baukastenstrategie, Markenvielfalt - was jahrzehntelang Effizienz versprach, produziert heute Komplexität.
Das Kernproblem ist nicht der Markt. Es ist die Struktur. Volkswagen ist ein Konzern mit enormer industrieller Macht - aber mit Entscheidungswegen, die nicht zur Geschwindigkeit des Wettbewerbs passen. Zu viele Marken verteidigen ihre Reviere. Zu viele Gremien verwalten Risiken, statt Chancen zu erzwingen. Jede größere Veränderung wird politisch. Jede Einsparung wird sozial verhandelt. Das schafft Stabilität - aber keine Dynamik.

Die Debatte um die Rente mit 70 verschärft sich. Während Ökonomen vor einer massiven Finanzierungslücke durch die Babyboomer warnen, bleibt die Frage der sozialen Umsetzbarkeit offen. Experten fordern nun flexible Modelle und bessere Anreize, um das Rentensystem langfristig vor dem Kollaps zu bewahren.












