
Studie zeigt deutliche Beschleunigung der Erderwärmung
n-tv
Die Erderwärmung nimmt deutlich schneller zu als bisher angenommen. Einer neuen Studie zufolge hat sich die Erwärmungsrate seit 2015 massiv erhöht. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte die 1,5-Grad-Grenze bereits 2028 oder 2029 erreicht werden, so die Forscher.
Die Erderwärmung nimmt deutlich schneller zu als bisher angenommen. Einer neuen Studie zufolge hat sich die Erwärmungsrate seit 2015 massiv erhöht. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte die 1,5-Grad-Grenze bereits 2028 oder 2029 erreicht werden, so die Forscher.
Die Erderwärmung hat sich einer Studie zufolge seit etwa 2015 deutlich beschleunigt. Während die globale Temperatur von 1970 bis 2015 um durchschnittlich 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt gestiegen sei, seien es in der Dekade danach etwa 0,35 Grad gewesen, schreibt ein deutsch-amerikanisches Autorenduo im Fachjournal "Geophysical Research Letters". Ein unabhängiger Experte spricht von einer gut gemachten Analyse.
Dass die Erde sich seit geraumer Zeit erwärmt, steht zweifelsfrei fest. Gerade die Jahre 2023 und vor allem 2024 waren die bislang wärmsten seit Beginn der Messungen. Da die Temperatur auch natürlichen Schwankungen unterliegt, war bislang unklar, ob sich die Erwärmung beschleunigt hat. Um dies zu klären, haben der US-Statistiker Grant Foster und Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nun Einflüsse etwa durch Vulkanismus, Sonnenzyklen oder das Klimaphänomen El Niño herausgerechnet.
Durch die Korrektur von El Niño und des Sonnenmaximums werden die extrem warmen Jahre 2023 und 2024 zwar etwas kühler, bleiben aber weiterhin die beiden wärmsten seit Beginn der Messungen. Wenn man die Einflüsse von El Niño, Vulkanausbrüchen und solaren Zyklen herausrechnet, dann liege die Erderwärmung von 1970 bis 2015 wie genannt bei durchschnittlich 0,2 Grad pro Jahrzehnt und in der Dekade seit 2015 bei 0,35 Grad, erläutert Rahmstorf auf Anfrage. Bevor die natürlichen Faktoren abgezogen wurden, seien diese Trends aber fast die gleichen gewesen, nur der Unsicherheitsbereich sei dann viel größer, und daher werde die statistische Signifikanz nicht erreicht.
"Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen", betont auch Co-Autor Foster. "Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige 'Rauschen' geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt."













