
Schaben fressen gegenseitig ihre Flügel
n-tv
Ein ungewöhnliches Ritual beobachten Forschende bei der Taiwanischen Holzschabe: Das gegenseitige Fressen der Flügel festigt ihre Partnerschaft. Danach leben die Insekten jahrelang monogam und verteidigen ihr Territorium gemeinsam.
Ein ungewöhnliches Ritual beobachten Forschende bei der Taiwanischen Holzschabe: Das gegenseitige Fressen der Flügel festigt ihre Partnerschaft. Danach leben die Insekten jahrelang monogam und verteidigen ihr Territorium gemeinsam.
Wie erkennt man, dass zwei Schaben es ernst miteinander meinen? Wenn sie gegenseitig ihre Flügel essen, ist das ein ziemlich klares Anzeichen dafür - zumindest im Fall der Art Salganea taiwanensis, auch als Taiwanische Holzschabe bekannt.
Man habe zeigen können, dass der Verzehr der Flügel zum Paarungsverhalten gehöre, heißt es in der Studie im Fachblatt "Royal Society Open Science". Nach diesem Ritual wiesen beide Partner konsequent Artgenossen beider Geschlechter teils aggressiv zurück, während sie dem eigenen Partner friedlich treu blieben. Die Beobachtungen deuteten darauf hin, dass für die Tiere nach dem gegenseitigen Fressen der Flügel keine anderen potenziellen Partner mehr infrage kämen.
Schabenpaare, die sich füreinander entschieden haben, werden ohne ihre Flügel zwangsläufig sesshafter, bauen sich der Studie zufolge üblicherweise gemeinsam ein Nest in morschem Holz, bekommen Nachwuchs und kümmern sich über Jahre hinweg gemeinsam und treu um diesen.
Neben dem Flügelfraß spielt den Autoren zufolge die Paarung selbst eine Rolle für die Bindung. Obwohl sich die Schabenpaare auch schon vor dem Flügel-Fressen miteinander paarten, waren die beobachteten Verhaltensweisen erst nach dem Flügel-Ritual so deutlich ausgeprägt. Zuvor zeigten die Schaben noch kein so aggressives Verhalten gegenüber Eindringlingen. Das gegenseitige Essen der Flügel spiele also mutmaßlich eine entscheidende Rolle dabei, die exklusive Partnerschaft zu etablieren.













