
So ruiniert laute Musik im Fitnesskurs das Gehör
n-tv
Laute Musik in Fitnesskursen soll zu Höchstleistungen anspornen. Eine Untersuchung zeigt jedoch, dass sie zu unheilbaren Hörschäden führen kann. Zudem ist die hohe Lautstärke für ein intensives Training offenbar gar nicht nötig.
Laute Musik in Fitnesskursen soll zu Höchstleistungen anspornen. Eine Untersuchung zeigt jedoch, dass sie zu unheilbaren Hörschäden führen kann. Zudem ist die hohe Lautstärke für ein intensives Training offenbar gar nicht nötig.
Schnell, rhythmisch, laut - Musik während Fitnesskursen soll mitreißen und dazu motivieren, noch und noch und noch eine Wiederholung zu schaffen. Dafür drehen Trainer gerne mal die Lautstärke hoch. Oft potenziell hörschädigend hoch, wie ein Forschungsteam im Fachjournal "JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery" warnt. Nötig sei das nicht: Eine verringerte Lautstärke führe nach Befragungsdaten nicht zu einer merklichen Verringerung der wahrgenommenen Anstrengung. Vermindert werde aber das Risiko lärmbedingter Hörschäden.
Beim Hören entsteht hinter dem Trommelfell eine Art Wasserwelle, die über Tausende Haarzellen streicht. Diese Reize werden in bioelektrische Impulse umgewandelt und als Hörinformation ans Gehirn geleitet. Je lauter ein Ton ist, desto mehr Kraft steckt hinter der Welle.
So wie bei einem Getreidefeld leichte Windböen keinen Schaden anrichten, heftige Windstöße aber Halme abknicken lassen, können einzelne Härchen im Innenohr bei einer starken Welle dauerhaft umknicken oder abbrechen und damit ihre Funktion verlieren. Haarsinneszellen regenerieren sich nicht. Die Ausfälle summieren sich darum im Laufe des Lebens und können zu Schwerhörigkeit führen.
In Deutschland haben nach Schätzungen des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB) etwa 16 Millionen Menschen eine Hörbeeinträchtigung, schwerhörig sind etwa 3 bis 4 Millionen von ihnen. Irreführend ist Experten zufolge der Begriff "Altersschwerhörigkeit" - eigentlich sei Umweltschwerhörigkeit passender, weil Umwelteinflüsse wie chronischer Lärm eine zentrale Rolle spielen. Bei Naturvölkern, die nicht unter dem ständigen Einfluss von Lärm stehen, gibt es Studien zufolge kaum Schwerhörigkeit im Alter.













