
Schlaue Taktik der Raben überrascht Forscher
n-tv
Seit Langem galt es als ausgemacht, wie Raben an Kadaver gelangen. Die Ergebnisse einer Studie mit Sendern im Yellowstone-Nationalpark stellen nun eine jahrzehntealte Theorie auf den Kopf. Die Tiere wenden eine weitaus intelligentere Methode an, um Futterquellen aufzuspüren.
Seit Langem galt es als ausgemacht, wie Raben an Kadaver gelangen. Die Ergebnisse einer Studie mit Sendern im Yellowstone-Nationalpark stellen nun eine jahrzehntealte Theorie auf den Kopf. Die Tiere wenden eine weitaus intelligentere Methode an, um Futterquellen aufzuspüren.
Wenn Wölfe Beute reißen, sind Raben oft als erste Aasfresser vor Ort. Dieses Phänomen haben Forscher jahrzehntelang damit erklärt, dass die Vögel Wölfen folgen würden. Diese Annahme widerlegt eine Studie aus dem Yellowstone-Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming. Wie das Forschungsteam um Matthias-Claudio Loretto vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell im Fachjournal "Science" berichtet, nutzen die Vögel eine wesentlich ausgefeiltere Strategie.
Die Wissenschaftler hatten in dem Nationalpark 69 Kolkraben (Corvus corax), 20 Grauwölfe (Canis lupus) und 11 Pumas (Puma concolor) mit Sendern ausgestattet und Daten über zweieinhalb Jahre ausgewertet. Dabei konzentrierten sie sich auf die Wintermonate. Im gesamten Studienzeitraum dokumentierten sie nur einen einzigen Fall, in dem ein Rabe einem Wolf für längere Zeit - mehr als eine Stunde - über eine größere Entfernung - mehr als einen Kilometer weit - folgte.
"Zunächst waren wir ehrlich gesagt ratlos", wird Loretto in einer Mitteilung seines Instituts zitiert. "Als wir feststellten, dass Raben Wölfen nicht über lange Strecken folgen, konnten wir lange nicht erklären, wie sie trotzdem so schnell an Wolfsrissen auftauchen."
Auf die Antwort brachte die Forscher eine detaillierte Auswertung der Bewegungsmuster: Demnach frequentieren Raben bevorzugt jene Gebiete, in denen Wölfe häufig Beute machen. Manche Vögel flogen an einem einzigen Tag bis zu 155 Kilometer auf sehr geradlinigen Routen zu jenen Arealen, in denen die Chancen hoch sind, einen Kadaver zu finden.













