Startup-Boom im Schatten der Krise
ZDF
Startups in Deutschland blicken optimistisch ins Jahr 2026 - anders als viele Unternehmen. Welche Hürden sie für den Standort dennoch sehen.
Die Startup-Branche lässt sich von der Mollstimmung in der deutschen Wirtschaft nicht anstecken. Junge Tech-Unternehmen schauen überwiegend optimistisch ins Jahr 2026. "Wir sind in Deutschland sehr verliebt in das, was uns groß gemacht hat, übersehen dabei aber schnell, was uns in Zukunft groß machen wird": So fasst Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, ihre Sicht auf die Stimmung in Deutschland zusammen. Bei den Newcomern aus dem Tech-Bereich, den sogenannten Startups, gibt es viel Vertrauen in den Standort Deutschland. "Die Rezession war 2025 zwar spürbar", sagt Verena Pausder gegenüber ZDFheute. Aber gleichzeitig habe es zum Halbjahr 1.500 Neugründungen gegegeben, ein Plus von neun Prozent. Für 2025 insgesamt ist Pausder zufolge mit mehr als 3.000 Neugründungen zu rechnen. Aus Sicht der Startup-Branche sind in Deutschland nach wie vor Forschung und Entwicklung auf Weltklasse-Niveau. Verena Pausder spricht von "Top-Talenten und einem starken Mittelstand". Allerdings wären mehr Gründungen aus Hochschulen und Unis heraus wünschenswert, hier liege viel Potential brach. Viele Gründungen entstehen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Deep Tech. Das sind Unternehmen, die bereits mit Patenten an den Start gehen wie beispielsweise in der Satelliten- oder Drohnentechnik. Ein überraschender Trend: Seit dem Angriff auf die Ukraine 2022 gibt es bei Investitionen in Defense-Tech-Startups eine hohe Dynamik. In Zahlen heißt das nach Angaben des Verbands: Ein Anstieg bei den Investitionen von 1,3 Millionen Euro im Jahr 2020 auf rund 890 Millionen Euro - allein nur für die ersten neun Monate 2025. "Was ich an Deutschland besonders schätze, ist die Verlässlichkeit und Fairness der Institutionen", sagt Tina Ruseva. Sie hat mit ihrem Münchener Startup eine KI-Lösung für Mentoring und Personalentwicklung auf den Markt gebracht. "Ich sage das aus der Perspektive einer Migrantin, die vergleichbare Erfahrungen in anderen Ländern gemacht hat."
