"Sozialen Medien den Zugang zu unseren Kindern verbieten"
ZDF
Australien setzt auf ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Online-Sicherheitsbeauftragte Julie Inman Grant über die umstrittene Reform.
Seit zwei Monaten ist Social Media für unter 16-Jährige in Australien verboten. Australiens Online-Sicherheits-Beauftragter Julie Inman Grant über Erfolge, Widerstände und Ziele. ZDFheute: Wie würden Sie nach den ersten zwei Monaten den Erfolg des Verbots der Nutzung von Social Media für unter 16-Jährige einschätzen? Julie Inman Grant: Innerhalb der ersten zwei Tage wurden 4,7 Millionen Konten von unter 16-Jährigen deaktiviert. Zum Vergleich: In Australien gibt es etwa 2,5 Millionen 8- bis 15-Jährige. Wenn man bedenkt, dass bereits fast 84 Prozent der 8- bis 12-Jährigen Zugang zu mindestens einem Social-Media-Konto hatten, zeigt das, dass eine beträchtliche Zahl an Konten minderjähriger Nutzer betroffen ist. ZDFheute: Haben Sie Informationen darüber, ob die Kinder einen Weg gefunden haben, das Verbot zu umgehen? Grant: Wir haben immer damit gerechnet, dass das passieren könnte. Wir haben rechtlich durchsetzbare Auskunftsanordnungen an jede der Plattformen verschickt. Und wir haben sehr konkrete Fragen gestellt - nicht nur dazu, welche Technologien sie einsetzen, sondern auch, wie sie diese umsetzen und konfigurieren, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen wirksam sind. Wir erwarten, dass es in dieser Phase gewisse Anlaufschwierigkeiten geben wird. Ein weiterer Bestandteil unserer regulatorischen Leitlinien ist jedoch die kontinuierliche Verbesserung: Wenn wir Schwachstellen feststellen oder die Einstellungen nicht ausreichend sind, werden wir Änderungen und Nachbesserungen verlangen. Außerdem werden wir in den nächsten sechs Monaten prüfen, ob die Leitlinien für die Regeln aktualisiert werden müssen. ZDFheute: Gibt es inzwischen rechtliche Konsequenzen für die großen Tech-Unternehmen?













