Rubio wirbt in München - und stellt klare Bedingungen
ZDF
Nach Vances Attacke 2025 setzt Rubio in München auf versöhnliche Töne. Doch hinter dem Bekenntnis zur Partnerschaft steht eine klare Botschaft.
Nach Vances Attacke 2025 setzt US-Außenminister Rubio auf versöhnliche Töne. Doch hinter dem Bekenntnis zur Partnerschaft steht die Botschaft: "America First" - auch für Europa. Die Münchner Sicherheitskonferenz stand auch dieses Jahr noch unter Schock, noch immer unter dem Eindruck der brachialen Rede von US-Vizepräsident JD Vance von vor einem Jahr. Der hatte damals Europa vorgeworfen, die eigentliche Bedrohung komme nicht von außen, sondern aus dem Inneren - durch Einschränkung der Meinungsfreiheit, verfehlte Migrationspolitik und abgehobene Eliten. Die Hoffnung der Konferenz-Teilnehmer lag nun auf US-Außenminister Marco Rubio, gilt er doch als Transatlantiker und als einer der vernünftigeren Mitglieder der Trump-Regierung. Warnungen, er wolle sich auch mit seinem Auftritt im Bayerischen Hof bei Präsident Donald Trump für eine mögliche Nachfolge einschmeicheln, wurden in München die letzten Tage geflissentlich überhört. Und tatsächlich: Rubios Auftritt war freundlicher, den europäischen Partnern zugewandter. Leidenschaftlich bekannte er sich zur transatlantischen Partnerschaft. Die USA unter Präsident Trump strebten keine Trennung an, sondern wollten eine "alte Freundschaft wiederbeleben". In einer Zeit, in der oft über das Ende der transatlantischen Ära spekuliert werde, stellte er klar: "Dies ist weder unser Ziel noch unser Wunsch." Mit "unseren geschätzten Verbündeten und ältesten Freunden" wolle man das neue Jahrhundert gestalten. Die USA wünschten sich Verbündete, die stark seien. Szenenapplaus gab es immer an den Stellen, die unter dem Motto "Wir gehören zusammen" standen, wenn Versöhnliches vom Podium kam. Und doch mahnte Rubio deutlich Veränderung an. Ohne die, so drohte er, würden die USA notfalls ihren Weg alleine beschreiten. Viel Belehrung steckte in dieser Rede, ja auch Druck, Europa möge Trumps Leitlinie von "America First" folgen. So forderte Rubio eine radikale Abkehr von der bisherigen globalen Ordnung. "Höfliche und ordentliche Verwalter des gesteuerten Niedergangs des Westens" wollten die USA nicht sein. Deutlich mahnte Rubio Änderungen an bei Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte. So müsse die internationale Ordnung wieder den Menschen dienen. Die De-Industrialisierung müsse gestoppt, die Migration begrenzt werden, weil sie die westlichen Gesellschaften destabilisiere.













