Orban unter Druck: Das Duell mit Magyar um Ungarns Zukunft
ZDF
Orbans Macht wackelt: Am Tag der Rede zur Lage der Nation führt Herausforderer Magyar in Umfragen. Erlebt Ungarn einen historischen Machtwechsel?
Orbans Macht wackelt: Rund um die Rede zur Lage der Nation führt Herausforderer Magyar in Umfragen. Erlebt Ungarn einen historischen Machtwechsel? Wichtige Fragen und Antworten. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat heute seine jährliche Rede zur Lage der Nation gehalten und die Opposition in seinem Land darin als "Schöpfung" des Auslands gebrandmarkt. Die Rede stand unter einem besonderen Vorzeichen, denn am 12. April wird in Ungarn ein neues Parlament gewählt - und zum ersten Mal seit 16 Jahren sieht sich der 63-jährige Rechtspopulist in seinem Machtanspruch ernsthaft herausgefordert. Peter Magyar ist 19 Jahre jünger als Orban und kommt selbst aus dem Kaderbestand von Orbans Fidesz (Bund Junger Demokraten). Der studierte Jurist bekleidete zwar eher niedrige Funktionen im Fidesz-Staat, war aber 17 Jahre lang mit der einst mächtigen ehemaligen Justizministerin Judit Varga verheiratet. Durch sie bekam er viel mit von den Praktiken der Machtausübung des Regierungschefs und seiner Erfüllungsgehilfen. Mit dem System Orban brach er vor zwei Jahren. Ein Skandal um die Begnadigung eines Pädophilen-Helfers beendete die politische Karriere von Judit Varga, die als Justizministerin mitunterzeichnet hatte. Auch die damalige Staatspräsidentin Katalin Novak, die die Amnestie erlassen hatte, musste auf Druck Orbans gehen. Für Magyar war damit die rote Linie überschritten. Im Interview mit dem beliebten Internet-TV-Sender Partizan warf er dem Regierungschef vor, die beiden Spitzenpolitikerinnen aus Opportunismus eiskalt geopfert zu haben. Das YouTube-Video riefen 2,8 Millionen Menschen auf. Magyar gründete seine Tisza-Partei. Magyar stammt aus einer bürgerlichen Budapester Familie und bekennt sich zu Konservativismus und Patriotismus, aber ohne Anspruch auf Ausschließlichkeit. Bei der Europawahl im Juni 2024 kam die Tisza-Partei aus dem Stand auf fast 30 Prozent der Stimmen. Ihre Abgeordneten schlossen sich der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) an, der auch CDU und CSU angehören. Mit einer anfangs winzigen Schar von Mitstreitern entwickelte Magyar eine unwahrscheinliche Energie. Mit seiner humorigen, sarkastischen und stets auf den wunden Punkt zeigenden Präsenz in den Sozialen Medien geißelt er die Auswüchse der Orban-Herrschaft.













