Mercosur: Was der Deal für die EU-Wirtschaft bringt
ZDF
Das Abkommen gehe zu ihren Lasten, sagen die deutschen Bauern. Die Wirtschaft werde gestärkt, prophezeien Experten. Das sind die Erwartungen.
Das Abkommen gehe zu ihren Lasten, sagen die deutschen Bauern. Die Wirtschaft werde gestärkt, prophezeien Experten. Das sind die Erwartungen. Unterzeichnet ist es, in Kraft noch nicht: Das Mercosur-Abkommen hat aber bereits mächtig Wirbel ausgelöst. Denn die geplante Freihandelszone zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist Fluch und Segen zugleich. Vor allem die Landwirtschaft fühlt sich als Opfer. Sind die Landwirte die Bauernopfer des Abkommens? "Ja", sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. "Das Abkommen hat eine wichtige Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Der Agrarteil von Mercosur ist unausgewogen und geht zulasten der europäischen Landwirtschaft. Dieser Teil ist schlichtweg inakzeptabel." Durch das Abkommen könnten die südamerikanischen Landwirte ihre Produkte viel günstiger anbieten und der Deutsche Landwirt habe das Nachsehen. Auch die Verbraucher hätten deutliche Nachteile durch den Deal, so Rukwied weiter. Diese würden dann Produkte auf den Teller bekommen, die sie sonst ablehnen würden. Hintergrund sind die Vorschriften zum Pflanzenschutz, die hier in Deutschland viel strenger sind als in Südamerika. Ob die Bauern auf ihrem Rücken eine Stärkung der deutschen Wirtschaft austragen müssen, das kann auch Lisandra Flach, Leiterin des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, nicht klar beantworten. Fest stehe jedoch: Durch das Mercosur-Abkommen werde die deutsche Wirtschaft gestärkt. "Erstens, die Rahmenbedingungen für Exporte verbessern sich und deutsche Exporteure können sich einen größeren Marktanteil in den Mercosur-Staaten sichern", so Flach. "Zweitens sinken gleichzeitig die Kosten für die Vorprodukte, was die deutsche Wirtschaft stärkt." Zudem könnte das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten die Einbußen aus der US-Zollpolitik zumindest teilweise kompensieren. Auch vom Weltwirtschaftsforum in Davos kommen immer wieder Zeichen, dass Europa sich im neuen geopolitischen Zeitalter anpassen muss. "Nun ist es an der Zeit, auf diese Worte auch Taten folgen zu lassen, sagt Matthias Berninger, Leiter Politik & Nachhaltigkeit beim Bayer-Konzern. "Wir setzen uns dafür ein, das Abkommen so schnell wie möglich vorläufig in Kraft zu setzen. Das wäre jetzt das richtige Zeichen europäischer Stärke und geopolitischer Handlungsfähigkeit."













