Iran-Proteste: "Regime ist so geschwächt wie nie zuvor"
ZDF
Die Proteste im Iran reißen nicht ab. Düzen Tekkal über ein Regime, das an Macht verliert - und, wie weit es gehen wird, um sich zu halten.
Die Proteste im Iran reißen nicht ab. Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal über ein Regime, das an Macht verliert - und die Frage, wie weit es gehen wird, um sich zu halten. Am sechsten Tag in Folge gehen im Iran Menschen auf die Straße. Es ist die größte Protestwelle seit den Aufständen unter dem Motto "Frau, Leben, Freiheit". Ausgelöst durch den Absturz der Landeswährung, getragen von jahrelanger Wut über Repression, Armut und Perspektivlosigkeit. Es gibt Berichte über mehrere Tote. Was mit spontanen Protesten von Händlern in Teheran begann, hat inzwischen weite Teile des Landes erfasst. Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal zur Frage, ob dieser Moment das Regime nun ins Wanken bringen könnte. ZDFheute: Seit Sonntag protestieren Menschen im Iran gegen die massive wirtschaftliche Not. Ist das aus Ihrer Sicht ein rein wirtschaftlicher Aufstand - oder erleben wir gerade den Beginn einer neuen politischen Protestbewegung? Düzen Tekkal: Im Iran haben wir es mit einem revolutionären Prozess zu tun, der bereits vor 2022 eingesetzt hat. Insofern ist die Protestbewegung nicht neu. Es gibt lediglich einen erneuten Anlass, und der ist wirtschaftlicher Natur. Seit Inkrafttreten der Snapback-Sanktionen durch die europäischen E3-Staaten ist das Regime wirtschaftlich noch weiter in Bedrängnis geraten. Die Inflation sorgt dafür, dass die iranische Währung auf ein Rekordtief gesunken ist.
