
Immer mehr Menschen fürchten sich vor der Natur
n-tv
Nicht wenige Menschen reagieren mit Angst, Ekel oder Unsicherheit auf Tiere, Pflanzen und Wildnis. Eine neue Analyse zeigt, wie Biophobie, also die Angst vor der Natur, entsteht und weshalb sie zunimmt.
Nicht wenige Menschen reagieren mit Angst, Ekel oder Unsicherheit auf Tiere, Pflanzen und Wildnis. Eine neue Analyse zeigt, wie Biophobie, also die Angst vor der Natur, entsteht und weshalb sie zunimmt.
Ein Spaziergang im Wald gilt als Mittel gegen Stress, ein Aufenthalt im Grünen als Balsam fürs Nervensystem. Doch für eine wachsende Zahl von Menschen ist Natur kein Ort der Erholung mehr, sondern eine Quelle von Unbehagen. Raschelnde Büsche wirken bedrohlich, Insekten ekeln, ungeordnete Landschaften verunsichern. Die Forschung kennt für dieses Phänomen einen Namen: Biophobie – die Abneigung gegenüber Natur.
Lange Zeit dominierte in den Umwelt- und Verhaltenswissenschaften eine gegenteilige Annahme: dass Menschen sich der Natur grundsätzlich zugewandt fühlen. Geprägt wurde diese Vorstellung durch das Konzept der Biophilie, das eine angeborene emotionale Verbundenheit mit Pflanzen, Tieren und natürlichen Umgebungen beschreibt. Biophilie erklärt, warum Grün beruhigt, warum Kinder Tiere faszinierend finden und warum selbst kurze Naturkontakte messbare Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden haben können.
Doch dieses Bild ist unvollständig. Denn Nähe zur Natur ist keineswegs universell positiv besetzt. Eine neue Übersichtsarbeit der schwedischen Universität Lund rückt nun systematisch die Schattenseite der Mensch-Natur-Beziehung ins Blickfeld.
Für ihre Analyse werteten Forschende um den Umweltpsychologen Johan Kjellberg Jensen knapp 200 Studien aus unterschiedlichen Disziplinen aus, von Psychologie und Umweltwissenschaften bis zu Soziologie und Gesundheitsforschung. Das Ergebnis: Negative Emotionen gegenüber Natur nehmen in vielen Weltregionen zu, über Altersgruppen und Kulturen hinweg.













