
Bei welchen Erkrankungen Cannabis womöglich doch nicht hilft
n-tv
Eine Meta-Analyse sieht wenig Nutzen von Cannabis bei psychischen Erkrankungen und warnt vor Risiken. Kritiker monieren methodische Schwächen. In Deutschland wächst der Markt dennoch stark, während die Politik auf strengere Regeln setzt.
Eine Meta-Analyse sieht wenig Nutzen von Cannabis bei psychischen Erkrankungen und warnt vor Risiken. Kritiker monieren methodische Schwächen. In Deutschland wächst der Markt dennoch stark, während die Politik auf strengere Regeln setzt.
Medizinisch eingesetztes Cannabis boomt, soll einer Überblicksstudie zufolge aber keinen belegbaren Nutzen bei Depressionen oder Angststörungen haben. Auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen konnte in der im Fachjournal "The Lancet Psychiatry" veröffentlichten Studie kein erwiesener Nutzen festgestellt werden, wie ein Forschungsteam von der Universität Sydney schreibt. Eine Expertin hat Zweifel an den Aussagen.
Die Forschenden ziehen ihr Fazit, nachdem sie systematisch Daten und Befunde aus 54 internationalen klinischen Studien mit insgesamt 2477 Patienten ausgewertet haben, die aus dem Zeitraum von 1980 bis 2025 stammen. Nach eigenen Angaben hat das Team damit die bisher größte Meta-Analyse dieser Art zu dem Thema durchgeführt.
Einen gewissen Nutzen könnten medizinische Cannabisprodukte bei Autismus, Schlaflosigkeit oder dem Tourette-Syndrom haben, schreibt das Team. "Aber die generelle Qualität der Befunde für diese Krankheiten ist niedrig", betont der federführende Autor Jack Wilson. "Ohne hochwertige medizinische Unterstützung oder begleitende Therapie ist der Einsatz von medizinischem Cannabis in diesen Fällen selten gerechtfertigt."
Vielmehr bestehe das Risiko, dass aufgrund der Anwendung von Cannabinoiden wirksamere Therapien verzögert oder unerwünschte Nebenwirkungen ausgelöst werden könnten. "Der routinemäßige Konsum von medizinischem Cannabis könnte mehr schaden als nützen", fasst Wilson zusammen.













