
Frauenhass im Netz hat Folgen in der Offline-Welt
n-tv
Von sozialen Medien bis zu Filmen: Eine umfassende wissenschaftliche Analyse belegt die realen Konsequenzen von Misogynie. Der Konsum frauenverachtender Inhalte fördert nachweislich aggressives Verhalten. Die Wirkung zeigt sich dabei nicht nur bei Männern.
Von sozialen Medien bis zu Filmen: Eine umfassende wissenschaftliche Analyse belegt die realen Konsequenzen von Misogynie. Der Konsum frauenverachtender Inhalte fördert nachweislich aggressives Verhalten. Die Wirkung zeigt sich dabei nicht nur bei Männern.
"Wie kann ich alle Tweets von Frauen blockieren?", fragte Andrew Tate vor wenigen Tagen öffentlich auf der Plattform X. Der in Rumänien lebende US-Influencer steht für den personifizierten Frauenhass - doch er ist nur die Spitze des Eisbergs. Von sexistischer Werbung und Musikvideos über Social-Media-Hashtags wie #ThatsWhatSlutsDo bis hin zu gewaltverherrlichender Pornografie ist das Netz voll von Inhalten, die Frauen zum Objekt machen oder herabwürdigen.
Und das hat Folgen - wie eine breit angelegte, im Fachjournal "Psychological Bulletin" veröffentlichte Überblicksstudie zeigt. Das Forschungsteam - unter anderem von der Uniklinik Bonn und den Universitäten Bern und Innsbruck - hat 257 Studien dazu ausgewertet, wie sich frauenfeindliche Medieninhalte auf Einstellungen und Verhalten gegenüber Frauen auswirken. Die Studien stammen aus einem Zeitraum von 47 Jahren und umfassten insgesamt knapp 133.000 Studienteilnehmer. Die Analyse bezog unter anderem Filme und Fernsehen sowie Musikvideos, Videospiele, Werbung, Magazine, Pornografie sowie Inhalte aus sozialen Medien ein.
Das Ergebnis ist so eindeutig wie simpel: Der Konsum frauenfeindlicher Inhalte steht in Zusammenhang mit stärkerer Frauenfeindlichkeit - und das gilt sogar für Frauen selbst, wenn auch nicht im gleichen Maße wie für Männer. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Anschauen entsprechender Inhalte die Studienteilnehmenden mit aggressiverem Verhalten gegenüber Frauen, einer stärkeren Objektifizierung und der Festigung sexistischer Haltungen und Vorurteile einhergeht.
"Die Ergebnisse unserer Studie sind besonders aussagekräftig, da wir eine breite Palette an Reaktionen studieren konnten, von harmloseren stereotypen Einstellungen bis hin zu aggressivem Verhalten gegenüber Frauen", erklärt Erstautorin Christa Nater von der Universität Bern. "Besonders problematisch ist, dass infolge des Konsums frauenfeindlicher Medieninhalte Probandinnen und Probanden häufig Frauen ihre Menschlichkeit absprechen, ihren Körper hauptsächlich als Objekt betrachten und sich aggressiv gegenüber Frauen verhalten", sagt Nater. "Frauen werden sogar vermehrt als schuldig dafür angesehen, wenn sie Opfer einer Vergewaltigung waren."













