Gewalt in der Partnerschaft: Zur Anzeige kommt es fast nie
ZDF
Fast jede fünfte Frau erfährt im Laufe ihres Lebens partnerschaftliche Gewalt. Das zeigt eine umfassende Untersuchung des Familienministeriums.
Erstmals hat das Bundesfamilienministerium partnerschaftliche Gewalt an Frauen und Männern umfassend untersucht. Das Ergebnis: Frauen sind häufiger und stärker betroffen. Es sei die erste geschlechterübergreifende und repräsentative Studie zu partnerschaftlicher Gewalt in Deutschland, so die Beschreibung von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Mehr als 15.000 Personen habe man für die Untersuchung zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Das Ergebnis: Innerhalb und außerhalb von Partnerschaften seien Frauen insgesamt häufiger und stärker sowohl von psychischer als auch physischer Gewalt betroffen als Männer. So gaben laut der Studie 18 Prozent der Frauen an, im Laufe ihres Lebens körperliche Gewalt durch den (Ex-)Partner erfahren zu haben. Bei den Männern waren es 14 Prozent. Unterschiede gebe es insbesondere auch im Bereich der sexuellen Übergriffe. Vier Prozent der Frauen gaben an, einen solchen Übergriff in den vergangenen fünf Jahren erlebt zu haben. Bei den Männern waren es 1,4 Prozent. Die Studie hatte zudem Gewaltformen wie digitale Gewalt und K.O.-Tropfen untersucht. Auch hier fiel die Betroffenheit bei den Frauen höher aus. Frauen bewerteten die Fälle zudem schwerer als Männer. Partnerschaftsgewalt findet dabei meist statt, während die Beziehung noch besteht, so die Untersuchung. Dies gilt insbesondere für psychische und körperliche Übergriffe. Sexuelle Übergriffe und digitale Gewalt werden hingegen meist außerhalb der (Ex-)Partnerschaft erlebt, durch flüchtige Bekannte oder Fremde.













