Experte zu Lage in Iran: "Ein Massaker historischen Umfangs"
ZDF
Im ZDF-Interview spricht Politikwissenschaftler Dr. Ali Fathollah-Nejad über die Proteste in Iran und den Zustand des Mullah-Regimes.
Im ZDF-Interview spricht Politikwissenschaftler Dr. Ali Fathollah-Nejad über die Proteste in Iran, den Zustand des Mullah-Regimes und die Rolle des ehemaligen Kronprinzen. ZDF: Herr Fathollah-Nejad, was hören Sie von den Protesten? Sind Sie wirklich niedergeschlagen? Ali Fathollah-Nejad: Es ist ein Massaker historischen Umfangs. Auch für jemanden, der seit über zwanzig Jahren zu dieser Region arbeitet, habe ich so etwas innerhalb so einer kurzen Zeit noch nicht erlebt. Wir haben mittlerweile Augenzeugenberichte, die unbeschreibliche Szenen beschreiben. ...ist Gründer und Direktor des "Center for Middle East and Global Order" (CMEG). Der Thinktank befasst sich mit politischen Umbrüchen und tritt für eine Außenpolitik ein, die Interessen und Werte miteinander in Einklang bringt. Der deutsch-iranische Politikwissenschaftler beschäftigt sich vor allem mit Iran und dem Nahen Osten. Er ist Autor des Buches "Iran – wie der Westen seine Werte und Interessen verrät". ZDF: Es ist ja wahnsinnig schwer, an Informationen, an Bilder zu kommen. Wir hatten unsere Korrespondentin vor Ort und auch für sie war es schwer zu arbeiten. Woher bekommen Sie Ihre Informationen? Fathollah-Nejad: Das Internet wurde ja ausgeschaltet. Und nicht nur das Internet, sondern auch das Handynetz und auch das Festnetz. Und unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit wurde ja dieses grausame Massaker innerhalb von zwei, drei Tagen durchgeführt. Das bedeutet, man kann immer noch sehr schwierig Kontakt nach Iran halten. Mittlerweile können die Leute raus telefonieren. Es gibt Leute, die das Land verlassen und davon berichten. Also bekommt man so schon einiges mit, was wirklich passiert ist. Es ist die Rede davon, dass die Straßen wirklich nach Blut riechen.













