Epstein-Skandal: Mandelson nach Festnahme auf Kaution frei
ZDF
Der frühere britische Wirtschaftsminister und Botschafter Peter Mandelson ist festgenommen worden. Hintergrund sind Kontakte zu Jeffrey Epstein.
Neue Epstein-Unterlagen erhöhen den Druck auf den britischen Ex-Minister Peter Mandelson. Nach seiner Festnahme ist er wieder frei, die Untersuchungen laufen jedoch weiter. Der ehemalige britische Wirtschaftsminister und Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, ist nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall wieder gegen Kaution freigelassen worden. Die Ermittlungen liefen weiter, teilte die Polizei mit. An zwei Adressen seien Hausdurchsuchungen erfolgt. Mandelson war am Montag festgenommen worden. "Beamte haben den 72-jährigen Mann wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen", erklärte die Polizei am Montag, ohne seinen Namen zu nennen. Die Sender BBC und Sky News zeigten Aufnahmen, wie Mandelson, der mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet war, von seinem Wohnsitz in London weggebracht wurde. Dem früheren britischen Botschafter in Washington wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an den Finanzinvestor Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben. Die zuletzt neu veröffentlichten Epstein-Akten förderten zutage, dass Mandelson, als er von 2008 bis 2010 Minister unter Premier Gordon Brown war, vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an Epstein weitergegeben haben soll. Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben. Die Ermittler hatten ihre Arbeit Anfang des Monats aufgenommen, nachdem die Regierung von Premierminister Keir Starmer Kommunikation zwischen Mandelson und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein an die Polizei übergeben hatte. Eine Stellungnahme des ehemaligen Botschafters lag zunächst nicht vor. Der Skandal setzt auch Starmer unter Druck, weil er zugeben musste, von der Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein gewusst zu haben, als er ihn im vergangenen Jahr zum britischen Botschafter in Washington machte. Diesen Posten musste Mandelson nur Monate später im September wieder räumen.













