Die Krypto-Milliarden und Sachsen: Wie geht es weiter?
ZDF
2024 veräußert Sachsens Justiz circa 50.000 sichergestellte Bitcoins für rund 2,6 Milliarden Euro. Nun entscheidet sich, an wen das Geld fließt.
Im Sommer 2024 veräußert Sachsens Justiz circa 50.000 sichergestellte Bitcoins für rund 2,6 Milliarden Euro. Jetzt entscheidet sich vor Gericht, an wen das Geld fließt. Eigentlich geht es in dem Prozess, der am heutigen Dienstag am Landgericht Leipzig begonnen hat, vor allem um Geldwäsche. Faktisch liegt die Aufmerksamkeit aber weniger auf den Vorwürfen in der Anklage - sondern vielmehr auf dem gigantischen Geldberg, der sich im Hintergrund dieses Strafverfahrens aufgetürmt hat. Höhe: über 2,6 Milliarden Euro. Wer dieses Geld bekommt, muss nun die Justiz entscheiden. Ein Überblick über diese und weitere Fragen. Um das zu verstehen, muss man einige Zeit zurückgehen: Von 2008 bis 2013 sollen die beiden Angeklagten Josef F. und Dustin O. zusammen mit anderen Beteiligten das illegale Streamingportal "movie2k.to" betrieben haben. Hunderttausendfach sollen sie über das Portal Raubkopien von Filmen verbreitet haben. Mit Werbung und Abofallen auf "movie2k.to" erzielten F. und O. Gewinne, die sie unter anderem nutzten, um die damals noch relativ günstigen Bitcoins anzukaufen - und zwar in großem Umfang. Knapp 50.000 Bitcoins stellte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden im Laufe der Ermittlungen sicher. Bei solchen Sicherstellungen wird normalerweise der Gegenstand selbst verwahrt - doch die Konstellation in Sachsen ist kein Normalfall: In Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Frankfurter Bankhaus verkaufte die Generalstaatsanwaltschaft im Sommer 2024 Stück für Stück die Bitcoins. Eine sogenannte Notveräußerung, die die Strafprozessordnung unter anderem dann erlaubt, wenn ein "erheblicher Wertverlust" droht. Darauf berufen sich auch die Behörden in Sachsen und argumentieren mit der hohen Volatilität von Kryptowährungen:













