Britischer Geheimdienst warnt vor Kollaps von Ökosystemen
ZDF
Umwelt- und Klimakrisen bedrohen Sicherheit und Stabilität. Hunger, Gewalt und Migration zeigen, wie eng Klima und Konflikte verbunden sind.
Hunger, Gewalt und Extremwetter spitzen sich zu. Selbst der MI6 schlägt nun Alarm und das Weltwirtschaftsforum warnt: Klima- und Umweltkrisen werden zum größten globalen Risiko. Sie steht regelmäßig vor denjenigen, die mehr und mehr ihre Lebensgrundlage verlieren. Die Nigerianerin Adenike Oladosu arbeitet mit Bäuerinnen in ihrem Heimatland: Dafür habe sie der Boden zu sehr verschlechtert, sagt Oladosu. Erst Dürre, dann Flut. Eine einzige Flutkatastrophe im September 2024 etwa hatte Ernten und Viehbestände zerstört, die 8,5 Millionen Nigerianer sechs Monate lang ernährt hätten. Auch 2025 vertrieben Überschwemmungen erneut Tausende Menschen und zerstörten zehntausende Hektar Feld. Dazu die Gewalt. Mitte Februar wurden allein in einem Dorf im Staat Kwara 160 Menschen bei einer Attacke einer militanten Gruppe ermordet. Gemeinden sind verwüstet, Nahrungsvorräte zerstört. Mehr als 3,5 Millionen Menschen wurden aufgrund von Gewaltausbrüchen seit Oktober gezwungen, aus ihrer Heimatregion zu fliehen. Fast 35 Millionen Menschen in Nigeria werden laut Welternährungsprogramm in der Dürreperiode in diesem Jahr voraussichtlich unter akutem Hunger leiden. Es gibt vielschichtige Gründe für die Gewalt. Historisch seien Konflikte zwischen traditionellen Bevölkerungsgruppen, etwa Bauern und Nomaden, teils auch auf den Wettbewerb um Land und Wasserressourcen zurückzuführen, der durch den Klimawandel noch verschärft wird, so der nigerianische Politikwissenschaftler Uche Igwe von der London School of Economics. Dabei ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas auch ressourcenreich - der größte Öl- und Gasproduzent Afrikas steht auch im Fokus der Geopolitik. US-Präsident Donald Trump setzte jüngst sein Militär in Nigeria ein, nach seinen Angaben, um Gewalt gegen Christen zu stoppen.













