
Zahl der Geschäfte sinkt wohl auf niedrigsten Wert seit 1990
n-tv
Zunehmender Onlinehandel, dümpelnde Konsumlaune: Der Einzelhandel in Deutschland schrumpft. In diesem Jahr dürfte die Zahl der Läden laut einer Schätzung erstmals seit Jahrzehnten auf unter 300.000 fallen. Die Branche sieht die Politik in der Pflicht.
Zunehmender Onlinehandel, dümpelnde Konsumlaune: Der Einzelhandel in Deutschland schrumpft. In diesem Jahr dürfte die Zahl der Läden laut einer Schätzung erstmals seit Jahrzehnten auf unter 300.000 fallen. Die Branche sieht die Politik in der Pflicht.
Der stationäre Einzelhandel in Deutschland dünnt immer weiter aus. Die Zahl der Geschäfte dürfte in diesem Jahr auf unter 300.000 sinken. Das zeigt eine Schätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE). Für 2026 wird ein Rückgang um weitere 4900 auf dann noch 296.600 erwartet. Schließungen und Neueröffnungen sind darin bereits berücksichtigt.
Seit der deutschen Wiedervereinigung lag die Zahl der Geschäfte laut HDE noch nie unter 300.000. In den vergangenen Jahren haben bundesweit bereits zehntausende Läden geschlossen. Ende 2015 gab es noch etwa 372.000.
Besonders während der Corona-Pandemie verschärfte sich die Lage, weil viele Geschäfte zeitweise nicht öffnen durften. 2021 sank die Zahl um 11.500, 2022 um 11.000. Im vergangenen Jahr schrumpfte sie um 4500 auf rund 301.500. Auch der erstarkende Onlinehandel setzt den stationären Händlern zu.
HDE-Präsident Alexander von Preen warnt vor den Folgen: "Viele Innenstädte leiden heute schon sichtlich unter Leerständen. So kann und darf es nicht weitergehen." Besserung sei nicht in Sicht. Die Lage sei vor allem bei vielen mittelständischen Händlern ernst. "Das Umfeld mit der seit Jahren vor sich hin dümpelnden Konsumlaune ist schwierig", so von Preen. Die Politik sei in der Pflicht, Kosten bei Energie und Beschäftigung zu senken.

Aus der "Spritpreis-Taskforce" der schwarz-roten Koalition kommt harte Kritik an den Mineralölkonzernen. Der Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, Christian Küchen, weist das im Interview mit ntv.de zurück und warnt eindringlich vor den geplanten Eingriffen in den Kraftstoff-Markt.












