
Höhere Energiepreise belasten US-Börsen
n-tv
Der Ölpreisanstieg macht Anleger nervös. Laut Analysten müssen Händler jetzt ein höheres Risiko einer anhaltenden Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Persischen Golf einkalkulieren. Unterdessen schwinden die Zinshoffnungen.
Der Ölpreisanstieg macht Anleger nervös. Laut Analysten müssen Händler jetzt ein höheres Risiko einer anhaltenden Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Persischen Golf einkalkulieren. Unterdessen schwinden die Zinshoffnungen.
Höhere Energiepreise und Zinssorgen haben die US-Börsen am Donnerstag erneut belastet. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent auf 46.021 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 22.091 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte ebenfalls 0,3 Prozent auf 6606 Stellen ein.
Der Iran hatte mit Raketenbeschuss auf Energieanlagen in Katar und Saudi-Arabien reagiert, nachdem das iranische Erdgasfeld South Pars vermutlich durch Israel attackiert worden war. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit der vollständigen Zerstörung des Feldes, sollten weitere Angriffe auf Katar erfolgen. "Der Krieg im Iran ist aus Sicht der Finanzmärkte in eine neue Phase getreten", sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades.
Händler müssten nun ein höheres Risiko einer anhaltenden Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Persischen Golf einkalkulieren. Der Preis für das Nordsee-Öl Brent verteuerte sich um bis zu 10,9 Prozent auf gut 119 Dollar je Fass. Bis zum Handelsende an der Wall Street schmolz das Plus allerdings auf noch 0,2 Prozent zusammen. Seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen ist der Preis wegen der Furcht vor langfristigen Versorgungsengpässen allerdings um gut 64 Prozent in die Höhe geschnellt. Nach einem iranischen Angriff auf eine wichtige Anlage für Flüssigerdgas in Katar zogen auch die Erdgaspreise kräftig an. Die Reparatur der Anlagen wird nach Angaben von QatarEnergy drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.
Die anziehenden Energiepreise schürten die Inflationssorgen der Investoren. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte angesichts der unsicheren Lage eine vorsichtigere Haltung zu Zinssenkungen signalisiert. "Die Ölpreise treiben jetzt nicht nur die Aktienkurse, sondern auch die Politik der Federal Reserve", sagte Dennis Follmer, Investmentchef bei Montis Financial. "Auch wenn dies ein kurzfristiges Phänomen sein mag, ist es das, womit sich der Markt derzeit befasst." Händler rechnen nicht mehr mit einer Zinssenkung in diesem Jahr, und die von der LSEG zusammengestellten Daten deuten nun auf eine Zinssenkung erst Mitte 2027 hin.

Aus der "Spritpreis-Taskforce" der schwarz-roten Koalition kommt harte Kritik an den Mineralölkonzernen. Der Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, Christian Küchen, weist das im Interview mit ntv.de zurück und warnt eindringlich vor den geplanten Eingriffen in den Kraftstoff-Markt.












