
Zinsskepsis der Fed drückt auf die Wall Street
n-tv
Dass die hohen Energiepreise Gift für die US-Wirtschaft sind, spricht Fed-Chef Powell deutlich aus. An der Wall Street sorgt diese Einsicht für Kursverluste. Die Anleger gehen davon aus, dass Zinssenkungen erst mal nicht in Sicht sind.
Dass die hohen Energiepreise Gift für die US-Wirtschaft sind, spricht Fed-Chef Powell deutlich aus. An der Wall Street sorgt diese Einsicht für Kursverluste. Die Anleger gehen davon aus, dass Zinssenkungen erst mal nicht in Sicht sind.
Mit einem deutlichen Minus hat die Wall Street zur Wochenmitte den Handel beendet. Die Indizes bauten ihre Verluste im späten Handel aus, nachdem US-Notenbankpräsident Jerome Powell sagte, dass steigende Ölpreise den Preisdruck erhöhen und das US-Wachstum beeinträchtigen könnten. Die US-Notenbank hat die Zinsen wie mehrheitlich erwartet in der Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent bestätigt. Auch die wieder kräftig zulegenden Ölpreise drückten auf das Sentiment.
Der Dow-Jones-Index verlor 1,6 Prozent auf 46.225 Punkte und schloss damit nur knapp über seinem Tagestief. S&P-500 und Nasdaq-Composite reduzierten sich um 1,4 bzw. 1,5 Prozent. An der Nyse wurden 580 (Dienstag: 1860) Kursgewinner und 2168 (886) -verlierer gezählt. Unverändert schlossen 59 (81) Titel.
In seiner Pressekonferenz erklärte Powell, die derzeitige Haltung in der Geldpolitik sei "angemessen, um unsere Ziele zu erreichen". Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten seien ungewiss. "Die höheren Energiepreise werden die Inflation antreiben, aber es ist noch zu früh, um das Ausmaß abzuschätzen", sagte Powell. Die längerfristigen Inflationserwartungen stünden jedoch im Einklang mit dem Ziel der Fed. "Wir wissen es einfach nicht, wie sich der Ölschock auswirken wird", so Powell. Ein Teil, aber nicht die gesamte höhere Inflationsprognose beruhe auf dem Ölschock. Bei der Kerninflation habe die Fed nicht die Fortschritte gesehen, auf die sie gehofft habe. Eine Reihe von Schocks habe den Inflationsverlauf gestört. "Wenn wir keine Fortschritte bei der Inflation sehen, wird es keine Zinssenkung geben", sagte Powell.
Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent erhöhte sich um 6,0 Prozent auf 109,66 Dollar, kam damit von seinem Tageshoch allerdings wieder etwas zurück. Auslöser waren Berichte über eine vom Iran ausgesprochene Evakuierungswarnung für Ölanlagen in der Golfregion. Die Meldung kam, nachdem Israel das iranische Gasfeld South Pars, die größte derartige Anlage der Welt, angegriffen hatte. Damit droht eine weitere Eskalation. Die wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA haben sich wider Erwarten ausgeweitet, hatten aber keinen Einfluss.













