
"Das Energiesystem ähnelt dem Zustand der Deutschen Bahn"
n-tv
Kleinere Unternehmen bekommen keinen Industriestrompreis. Sie haben anders als Autofahrer keine Lobby und auch keinen Draht ins Wirtschaftsministerium. Ihr finanzieller Puffer? Gering. Ihre Margen? Auch. Es bleiben zwei Möglichkeiten, um den Iran-Schock zu bewältigen, sagt ein Energieversorger.
Kleinere und mittlere Unternehmen bekommen keinen Industriestrompreis. Sie haben anders als Autofahrer keine Lobby und anders als große Konzerne keinen Draht ins Wirtschaftsministerium. Ihr finanzieller Puffer? Gering. Ihre Margen? Auch. Steigende Energiekosten sind tödlich. Ihnen bleiben zwei Möglichkeiten, um den Iran-Schock zu bewältigen: Energiefresser finden, dann unabhängig werden. "Eine eigene Solaranlage hat das größte Einsparpotenzial", sagt Niels Keunecke im "Klima-Labor" von ntv. Der Chef von Meistro Energie versorgt 13.000 kleine und mittlere Unternehmen mit Strom und Gas. Seine Prognose ist düster: "Die Energiepreise werden sich wahrscheinlich erst Ende 2027 wieder in normales Fahrwasser bewegen." Eine gut geplante Energiewende mit klaren Vorgaben würde helfen. Doch wie wird Keunecke zufolge genauso gemanagt wie die Deutschen Bahn.
ntv.de: Sie versorgen mehr als 13.000 mittlere und kleine Unternehmen mit Strom und Gas. Wie läuft das ab? Die melden sich einfach bei Ihnen?
Niels Keunecke: Wir vertreiben Strom und Gas über unterschiedliche Vertriebskanäle. Einerseits agieren wir im Großkundensegment. Dort arbeiten wir mit Verbundgruppen zusammen und sind mit ausgewählten Vertriebspartnern unterwegs. Im Kleinstkundenbereich nutzen wir tatsächlich Vergleichsportale.
Privatkundenverträge laufen in der Regel über ein Jahr. Wie ist das im gewerblichen Bereich?
Tendenziell wünschen sich Unternehmen Planungssicherheit. Wir schließen deshalb viele Festpreisverträge mit einer Laufzeit zwischen drei und fünf Jahren ab.

Aus der "Spritpreis-Taskforce" der schwarz-roten Koalition kommt harte Kritik an den Mineralölkonzernen. Der Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, Christian Küchen, weist das im Interview mit ntv.de zurück und warnt eindringlich vor den geplanten Eingriffen in den Kraftstoff-Markt.












