
EZB lässt Leitzins trotz Inflationssorgen unangetastet
n-tv
Durch den Iran-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus für die meisten Schiffe steigen die Ölpreise massiv und lösen starken Inflationsdruck aus. Die Europäische Zentralbank ändert den Leitzins jedoch nicht.
Durch den Iran-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus für die meisten Schiffe steigen die Ölpreise massiv und lösen starken Inflationsdruck aus. Die Europäische Zentralbank ändert den Leitzins jedoch nicht.
Trotz Ölpreisschock und drohender Inflationsgefahr hält die EZB ihr zinspolitisches Pulver trocken. Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde beließ den Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Über diesen Leitzins steuert die Europäische Zentralbank (EZB) maßgeblich ihre Geldpolitik. Es ist bereits die sechste Zinspause in Serie.
Angesichts gesunkener Inflationsgefahr hatte die EZB den Schlüsselsatz von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von vier auf zwei Prozent halbiert. Obwohl die Teuerungsrate zuletzt noch knapp unter der Zielmarke der EZB lag, sind die Notenbanker auf der Hut: "Der EZB-Rat ist bereit, alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert", teilten die Währungshüter mit. Dabei lege man sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.
Der Ende Februar ausgebrochene Irankrieg hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und schürt die Angst vor einer neuen Inflationswelle. EZB-Chefin Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel betonte jüngst, dass die EZB keine neue Inflationswelle zulassen werde.
Friedrich Heinemann vom ZEW-Institut sagte: "Die EZB hat beim letzten vergleichbaren Angebotsschock 2021/2022 zu lange abgewartet und dafür viel Kritik einstecken müssen. Der EZB-Rat wird diesen Fehler kein zweites Mal begehen wollen. Auch wenn heute noch kein Zinsschritt erfolgt ist, wird das Trauma von 2022 nachwirken und ein frühes Einschreiten gegen den Inflationsanstieg begünstigen. Die Wahrscheinlichkeit von bis zu zwei Zinsschritten vor der Sommerpause ist deshalb hoch."













