
Wissen macht Argh!
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Ein Mörder, der von Beginn an bekannt ist? Keine ideale Voraussetzung für kriminelle Hochspannung, wie "Man stirbt nur zweimal" beweist. Die Sache mit dem Täter im TV ist ein sensibles Thema - in Deutschland schlug es schon in den 60ern hohe Wellen.
Von "Vaterlandsverrat" war in der "Bild"-Zeitung die Rede. Ganz Deutschland - oder besser gesagt, jene Glücklichen, die im Januar 1962 die Chance hatten, vor einem der drei bis vier Millionen Fernsehgeräte zu sitzen - fühlte sich betrogen. Fünf Folgen lang hatte die Nation vor der Röhre mitgefiebert, so spannend war der Sechsteiler "Das Halstuch" aus der Feder von Francis Durbridge. Die Theater blieben leer, große Firmen stoppten die Fließbänder, damit die Belegschaft mitgucken konnte. Wer kein eigenes Gerät hatte, klingelte bei den Nachbarn oder schaute in der Kneipe fern. Die Frage, die alle bewegte: Wer zur Hölle ist denn nun der Halstuch-Mörder? Zum Spielverderber wurde schließlich Wolfgang Neuss. Der Berliner Kabarettist schaltete am Vortag des letzten Teils eine große Anzeige in der Zeitung "Der Abend":
"Ratschlag für morgen (Mittwochabend): Nicht zu Hause bleiben, denn was soll's: Der Halstuchmörder ist Dieter Borsche …… Also: Mittwochabend ins Kino! Ein Kinofan (Genosse Münchhausen)"

Judith Hoersch ist Schauspielerin. Mit "Niemands Töchter" ist ihr ein Hit gelungen. Und das, obwohl sie zwischen Bayern und Berlin pendelt, eine kleine Tochter hat und sehr viel arbeitet. Hoersch spielt die Hebamme "Lena Lorenz" in einer erfolgreichen Serie, in der es ums Kinderkriegen und -haben geht. Genau wie in ihrem ersten Roman.












