
Judith Hoerschs "Niemands Töchter" zieht in den Bann
n-tv
Judith Hoersch ist Schauspielerin. Mit "Niemands Töchter" ist ihr ein Hit gelungen. Und das, obwohl sie zwischen Bayern und Berlin pendelt, eine kleine Tochter hat und sehr viel arbeitet. Hoersch spielt die Hebamme "Lena Lorenz" in einer erfolgreichen Serie, in der es ums Kinderkriegen und -haben geht. Genau wie in ihrem ersten Roman.
Judith Hoersch ist Schauspielerin. Mit "Niemands Töchter" ist ihr ein Hit gelungen. Und das, obwohl sie zwischen Bayern und Berlin pendelt, eine kleine Tochter hat und sehr viel arbeitet. Hoersch spielt die Hebamme "Lena Lorenz" in einer erfolgreichen Serie, in der es ums Kinderkriegen und -haben geht. Genau wie in ihrem ersten Roman.
"Ich gehe jetzt ins neunte Jahr mit Lena Lorenz", erzählt Judith Hoersch ntv.de an einem sonnigen Wintertag in ihrer schönen Berliner Wohnung, in der ein paar Kisten stehen. Das bedeutet, dass Hoersch am Packen ist: Für ein paar Monate geht sie wieder nach Berchtesgaden, wo die Serie gedreht wird. "Vor diesem Wechsel ist es immer Horror. Jetzt drehe ich auch noch einen 'Tatort' in Köln. Und dann habe ich genau 24 Stunden, alles zusammenzupacken."
"Alles" bedeutet in ihrem Fall nicht nur ein paar Koffer mit Klamotten, sondern der halbe Hausstand: "Ich packe fast alles ein, die Steuerunterlagen, den Drucker, den Rechner, den Monitor. Faktisch ziehe ich zweimal im Jahr um. Die Kinderspielsachen, die Fahrräder, die Übergangsjacken, die Sommerkleidung, die Wintersachen, die Kochtöpfe, die Bücher. Okay, es ist ein bisschen spinnert", sagt sie und lacht mit hochgekrempelten Ärmeln. "Aber meine Tochter ist noch nicht schulpflichtig und da reingeboren, die kennt das nicht anders. Die hat schon immer zwei Kinderzimmer, zwei Freundeskreise, zwei Kindergärten gehabt. Ein Kind ist einfach da, wo es ist."
Hoerschs Mann ist Kameramann, "der kommt dann dazu", sagt sie und man fragt sich, wann die 44-Jährige die Zeit gefunden hat, "Niemands Töchter" zu schreiben. "Jeden Tag, an dem ich nicht drehe. Im Zug, in jeder Lücke. Das habe ich ein bisschen gelernt. Früher konnte ich nur schreiben, wenn ich so gar nichts vor mir hatte. Also, es durfte mich nichts stören - keine E-Mail, kein Mensch, keine Verabredung. Das hat sich zum Glück geändert. Wenn man Kinder hat, wird man einfach superflexibel."
Da ihr Erstlingswerk recht komplex ist, was die Figuren angeht, konnte sich Hoersch keine großen Pausen leisten, sie musste dranbleiben "Das ist engmaschig und psychologisch ausgearbeitet, das kann man nicht ein halbes Jahr liegen lassen." Also, was bleibt ihr anderes übrig - sie steht sehr früh auf. Um fünf. "Ich bin ein superkrasser Frühaufsteher. Ich mache mir einen Kaffee und ein bisschen Sport, und dann setze ich mich oft nur eine Stunde hin, weil ich spätestens um 7.30 Uhr los muss. So, wie ich jetzt bin, bin ich auch um fünf Uhr morgens. Man könnte mit mir sofort ein Gespräch führen. Ich brauche keinen Anlauf." Sie lacht, aus sehr wachen Augen.













