Wer kann sich Kinderwunschbehandlungen leisten?
ZDF
Künstliche Befruchtung bleibt teuer: Viele Paare können sich die Behandlung nur mit Förderung leisten - und die gibt es oft nur für Ehepaare.
Künstliche Befruchtung ist teuer. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zwar einen Teil der Kosten - aber nur für Verheiratete. Ist das noch zeitgemäß? Content-Creatorin und Autorin Anna Adamyan konnte sich mithilfe von künstlicher Befruchtung ihren Kinderwunsch erfüllen. Schon mit 19 Jahren erhielt sie die Diagnose Unfruchtbarkeit. Sie führte insgesamt elf künstliche Befruchtungen durch, bis ihr Sohn geboren wurde. Das sei nicht nur psychisch eine Belastung gewesen. "Wir haben 50.000 bis 55.000 Euro gezahlt für alles", sagt Adamyan, betont aber auch, dass sie medizinisch ein Extremfall sei. Sie und ihr Partner konnten sich die Behandlungen leisten. Für viele sind schon deutlich weniger Versuche finanziell kaum zu stemmen. Zwischen 3.000 und 6.000 Euro zahlt man für eine künstliche Befruchtung. Viele Patientinnen brauchen allerdings mehrere Versuche, bis sie schwanger werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Unfruchtbarkeit 50 Prozent der ersten drei Versuche, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Dazu zählt: Bei den Antragsstellern muss es sich um ein Paar handeln, das verheiratet und über 25 Jahre alt ist (Frauen müssen jünger als 40 Jahre alt sein, Männer jünger als 50). Außerdem dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen dieses Paares verwendet werden. Das schließt nicht nur Unverheiratete, sondern zum Beispiel auch lesbische Paare und Singlefrauen, die auf eine Samenspende angewiesen sind, vom Kostenzuschuss aus. Private Kassen tragen dagegen je nach Tarif bis zu 100 Prozent der Kosten. Eine Unfruchtbarkeit ist meist die einzige Bedingung. Diese Zugangsbeschränkungen für die Kostenübernahme der gesetzlichen Kassen wurden 1988 gesetzlich festgelegt. Soziologin und Demografin Heike Trappe hält die Regelungen zum Familienstand aber für nicht mehr zeitgemäß.





