
Anstieg von Psychosen durch Cannabis?
n-tv
Der Konsum von Cannabis ist in Kanada extrem gestiegen. Nun zeigen Krankenkassendaten, dass junge Kanadier deutlich früher und häufiger an psychotischen Störungen erkranken als die vor 1980 Geborenen. Forscher vermuten einen Zusammenhang.
Der Konsum von Cannabis ist in Kanada extrem gestiegen. Nun zeigen Krankenkassendaten, dass junge Kanadier deutlich früher und häufiger an psychotischen Störungen erkranken als die vor 1980 Geborenen. Forscher vermuten einen Zusammenhang.
Bei jungen Menschen in Kanada steigt die Rate der neu diagnostizierten psychotischen Störungen stark an. Von 1997 bis 2023 erhöhte sich die jährliche Inzidenz bei den 14- bis 20-Jährigen um 60 Prozent, wie eine Studie im Fachblatt "Canadian Medical Association Journal" zeigt. Zudem ist das Alter bei der Erstdiagnose demnach gesunken. Bei den 21- bis 50-Jährigen blieben solche Neuerkrankungen dagegen stabil oder gingen zurück. Eine Rolle für den Anstieg könne der Drogenkonsum spielen - so ist der von Cannabis in Kanada extrem gestiegen.
Unter anderem betrachtete das Team Schizophrenie und nahe verwandte Erkrankungen: Die zwischen 2000 und 2004 Geborenen hatten hier ein um 70 Prozent höheres Erkrankungsrisiko als diejenigen, die zwischen 1975 und 1979 zur Welt gekommen waren. Der Anstieg der allgemeinen Psychosen war über die Geburtenjahrgänge hinweg sogar noch größer. Zuvor hatten Forscher ähnliche Entwicklungen auch für Dänemark und Australien beschrieben.
Das Team um Daniel Myran vom Ottawa Hospital Research Institute wertete Daten von über zwölf Millionen Menschen aus, die zwischen 1960 und 2009 in der Provinz Ontario geboren wurden und dort in der öffentlichen Krankenkasse versichert sind. Zwischen 1992 und 2023 erkrankten insgesamt 152.587 Menschen nachweislich an einer sogenannten nicht-affektiven psychotischen Störung - in der Studie kurz psychotische Störung genannt. Dazu zählt das Team Erkrankungen wie Schizophrenie mit Symptomen wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen sowie nicht näher spezifizierte Psychosen.
Das Ergebnis scheint dem allgemeinen Trend zu widersprechen. Insgesamt sank etwa die Zahl der registrierten Neuerkrankungen an Schizophrenie in Kanada ebenso wie in einigen anderen Ländern.













