
Wadephul an Rubio: Brauchen keine weiteren Ratschläge
n-tv
Nach den Worten des US-Außenministers Rubio will sein Land weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung Europas spielen. Aber sowohl die Europäer als auch die Nato müssen dafür mehr Lasten übernehmen. Auf die Rede reagiert nun der deutsche Außenminister.
Nach den Worten des US-Außenministers Rubio will sein Land weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung Europas spielen. Aber sowohl die Europäer als auch die Nato müssen dafür mehr Lasten übernehmen. Auf die Rede reagiert nun der deutsche Außenminister.
Außenminister Johann Wadephul beurteilt die Rede seines US-Kollegen Marco Rubio in München als "guten Auftakt" für künftige konstruktive Gespräche - verwahrt sich aber gegen weitere Forderungen. Europa habe sich aus eigenem Antrieb entschlossen, für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Stärke zu sorgen, sagte der CDU-Politiker vor Journalisten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. "Dazu brauchen wir auch keine weiteren Anregungen von draußen."
Auch um das Thema illegale Migration kümmere sich die Bundesregierung. Hier sei man zu Gesprächen mit der US-Seite bereit. "Aber wir brauchen an der Stelle keine weiteren Ratschläge." Angefangen von kritischen Mineralien über Attacken in der Cyberwelt bis hin zur russischen Bedrohung und China habe man eine Menge gemeinsame Herausforderungen. Diese solle man miteinander anpacken. "Wenn das zukünftig den Geist des Miteinanders beherrscht, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir zu alter Geschlossenheit zurückfinden."
Zuvor hatte Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz die amerikanischen Machtinteressen offensiv verteidigt. In einer Rede sagte Rubio, dass die aktuelle Weltordnung mit ihren Freihandelsregimen und der Minimierung nationaler Identitäten eine törichte Idee gewesen seien. Die USA und ihre Verbündeten müssten nun daran arbeiten, diese umzugestalten. Gleichzeitig erklärte er, dass die USA immer Europas Verbündeter bleiben würden.
"Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können, damit kein Gegner jemals in Versuchung geführt wird, unsere kollektive Stärke zu testen", sagte Rubio. Die USA wollten nicht, dass Verbündete den zerstörten Status quo rechtfertigten, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was zu seiner Behebung notwendig sei. "Denn wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und ordentliche Verwalter des verwalteten Niedergangs des Westens zu sein."













