
Ukraine zahlt hohen Preis für Russlands Energiekrieg
n-tv
Zerstörte Energieinfrastruktur entwickelt sich zu einer Wachstumsbremse der Ukraine. Wie stark sich die Wirtschaft davon erholt, hängt auch von Sicherheitsgarantien und Investitionen ab.
Zerstörte Energieinfrastruktur entwickelt sich zu einer Wachstumsbremse der Ukraine. Wie stark sich die Wirtschaft davon erholt, hängt auch von Sicherheitsgarantien und Investitionen ab.
Die russischen Attacken auf Kraftwerke, Umspannwerke und Stromnetze in der Ukraine sind nicht nur eine Herausforderung für die Bevölkerung. Die massiven Schäden im Energiesektor bremsen auch die ukrainische Wirtschaft aus. Betriebe und Industrie müssen ihre Produktion drosseln oder stoppen.
Das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) senkt deshalb seine Prognose für die inzwischen seit fast fünf Jahren vom Krieg gezeichnete Ukraine: Für dieses Jahr erwartet das Institut nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent statt bislang 3,0 Prozent.
Trotz der widrigen Umstände wächst die ukrainische Wirtschaft damit etwa doppelt so stark wie die russische. Die WIIW-Ökonomen erwarten für Russland dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 1,2 Prozent. Für die Flaute in Russland machen die Experten unter anderem den hohen Leitzins von aktuell 16 Prozent verantwortlich. Erschwerend hinzu kämen außerdem der niedrige Ölpreis in Kombination mit den US-Sanktionen gegen den Energiesektor und viel zu geringe Investitionen.
"Die massiven Zerstörungen der Energieinfrastruktur durch die schweren russischen Luftangriffe und die großflächigen Stromausfälle untergraben zunehmend die Wirtschaftstätigkeit im Land", schreiben die Ökonomen in ihrem Bericht. Hinzu kämen der Ausfall von zerstörten Produktionsanlagen und der grassierende Arbeitskräftemangel durch Flucht und Mobilisierung.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt laut dem DIW deutlich geringer aus als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Doch Autofahrer spüren den Iran-Krieg längst an der Tankstelle. Wie sehr er die deutsche Konjunktur belastet, bewerten Ökonomen unterschiedlich. Vor allem ein Punkt macht ihnen Sorgen.












