
Steigende Erdölpreise sorgen an der Wall Street für Katerstimmung
n-tv
Der Krieg im Nahen Osten lässt die Ölpreise weiter klettern. An der Wall Street schürt die Entwicklung neue Inflationsängste. Besonders der Finanzsektor leidet. Die Dating-App Bumble gehört zu den wenigen Gewinnern des Tages.
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Wie schon am Vortag galt auch heute an der Wall Street: Ölpreise rauf, Aktienkurse runter. Denn erneut kräftig verteuertes Erdöl drückte die US-Börsen. Öl der Sorte Brent kämpfte wieder mit der 100-Dollar-Marke je Barrel. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte ihre Prognose für das Wachstum des Ölangebots 2026 drastisch gesenkt und erklärt, der Nahostkrieg stelle die größte Störung der globalen Energiemärkte aller Zeiten dar. US-Präsident Donald Trump räumte dem Verhindern einer iranischen Atombombe Priorität gegenüber den Ölpreisen ein. Preistreibend für Rohöl waren auch neue Angriffe des Iran auf die Ölinfrastruktur der Nachbarländer und auf Handelsschiffe im Persischen Golf.
Weiterhin passierten kaum noch Tanker die wichtige Seestraße von Hormus - der Iran soll offenbar damit begonnen haben, diese zu verminen. Laut US-Energieminister Chris Wright ist die US-Marine derzeit noch nicht in der Lage, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. "Solange die Engpässe rund um die Straße von Hormus anhalten, werden die Ölpreise hoch bleiben, was das Risiko erhöht, dass der Konflikt Auswirkungen auf die Wirtschaft hat", erläuterte Marktstratege Paul Hickey von Bespoke Investment Group. Die Ölpreise legten um rund zehn Prozent zu. Vor diesem Hintergrund verlor der Dow-Jones-Index 1,6 Prozent auf 46.678 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßten 1,5 bzw. 1,8 Prozent ein.
Gestiegene Ölpreise befeuerten die Inflationssorgen - in der Folge stiegen am Anleihemarkt die Renditen weiter. Für zehnjährige US-Staatsanleihen kletterten diese um fünf Basispunkte auf 4,25 Prozent. Die anhaltend hohen Energiepreise hievten die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr nicht senken wird, laut FedWatch-Tool auf 43 Prozent - nach 17 Prozent vor einer Woche und nur 5 Prozent vor einem Monat. Die US-Konjunkturdaten setzten vor dem Hintergrund des Nahostkriegs erneut keine Impulse. Überlegungen zum Zinspfad würden aktuell vom Ölpreis bestimmt, nicht aber von Konjunkturdaten, hieß es.
Auch für den "sicheren Hafen" Dollar ging es weiter nach oben - der Dollar-Index gewann 0,5 Prozent. Der Goldpreis gab 1,6 Prozent nach, belastet durch den festeren Dollar und weiter gestiegene Marktzinsen.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt laut dem DIW deutlich geringer aus als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Doch Autofahrer spüren den Iran-Krieg längst an der Tankstelle. Wie sehr er die deutsche Konjunktur belastet, bewerten Ökonomen unterschiedlich. Vor allem ein Punkt macht ihnen Sorgen.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.











