
Ifo-Institut sieht wirtschaftliche Entwicklung durch Krieg gebremst
n-tv
Der Krieg in Nahost wird noch keine zwei Wochen geführt, doch die Sorge vor den Folgen auch für die deutsche Wirtschaft ist groß. Das Ifo-Institut entwickelt gleich mehrere Szenarien. Auch andere Institute legen Berechnungen vor.
Der Krieg in Nahost wird noch keine zwei Wochen geführt, doch die Sorge vor den Folgen auch für die deutsche Wirtschaft ist groß. Das Ifo-Institut entwickelt gleich mehrere Szenarien. Auch andere Institute legen Berechnungen vor.
Der Iran-Krieg wird die wirtschaftliche Erholung in Deutschland nach der neuen Konjunkturprognose des Ifo-Instituts in jedem Fall dämpfen. Je länger der Krieg andauert, desto schwerwiegender werden nach Einschätzung der Münchner Wirtschaftsforscher die Auswirkungen. Zudem erwarten die Ökonomen einen zumindest vorübergehenden Anstieg der Inflation. Ganz zum Erliegen kommen würde die konjunkturelle Erholung demnach aber auch bei längerer Kriegsdauer nicht.
"Dieser Energiepreisschock dämpft die Erholung, ohne sie jedoch zu stoppen wegen der hohen Unsicherheit", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in Berlin. Grund sind die staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung. Ohne Krieg hätten die Wissenschaftler ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr jedoch auf ein Prozent leicht erhöht, wie der Wissenschaftler berichtete.
Wegen der hohen weltpolitischen Unsicherheit veröffentlichte das Institut in seiner diesjährigen Frühjahrsprognose zwei mögliche Szenarien für dieses Jahr: Bei baldigem Kriegsende könnte die deutsche Wirtschaft laut "Deeskalationsszenario" in diesem Jahr noch um 0,8 Prozent wachsen, 0,2 Prozentpunkte weniger als ansonsten zu erwarten gewesen wäre. 2027 könnte sich das Wachstum demnach auf 1,2 Prozent beschleunigen.
Die Inflation könnte demnach wegen des derzeitigen Anstiegs des Öl- und Gaspreise kurzfristig eine Spitze von etwa 2,5 Prozent erreichen. Im Schnitt des gesamten Jahres aber rechnen Wollmershäuser und seine Kollegen mit einer im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Teuerung von 2,2 Prozent. Ifo-Präsident Clemens Fuest warnte die Politik vor Aktionismus.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.












