
Russland ist der "finanzielle Hauptprofiteur" des Iran-Kriegs
n-tv
Wegen fallender Ölpreise und stark rückläufiger Exporte ist Russland in den vergangenen Monaten finanziell in Bedrängnis geraten. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs spült nun plötzlich riesige Summen in die Kasse von Russlands Machthaber Putin.
Wegen fallender Ölpreise und stark rückläufiger Exporte ist Russland in den vergangenen Monaten finanziell in Bedrängnis geraten. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs spült nun plötzlich riesige Summen in die Kasse von Russlands Machthaber Putin.
Jeder Tag, den der Krieg der USA und Israels gegen den Iran anhält und die Straße von Hormus blockiert ist, bringt Kremlchef Wladimir Putin zusätzliche Einnahmen von bis zu 150 Millionen Dollar (130 Millionen Euro). So viel Geld spült Berechnungen der "Financial Times" zufolge die stark gestiegene Nachfrage nach russischem Öl in den Staatshaushalt – und hilft dem autokratischen Herrscher Putin aus akuter Finanznot. Bis Ende März, so meldet die britische Wirtschaftszeitung, dürften sich die Mehreinnahmen des Kreml auf 3,3 bis 4,9 Milliarden Dollar summieren.
Schon bevor die US-Regierung eine teilweise Aufhebung ihrer Sanktionen auf russisches Öl verkündet hatte, waren die russischen Ölexporte mit Kriegsbeginn steil angestiegen. Durch die gewaltsame Blockade der Straße von Hormus sind die produzierenden arabischen Staaten weitgehend vom Weltmarkt abgeschnitten. Ihre größten Abnehmer sind Länder in Asien, darunter Indien und China, die nun verstärkt wieder russisches Öl importieren.
In den Monaten vor Kriegsbeginn waren die russischen Ölexporte dagegen auf ihren niedrigsten Stand seit Jahren gefallen. Vor allem Indien hatte unter Druck aus den USA seine Einkäufe stark zurückgefahren. Der Exportrückgang bei gleichzeitig gefallenen Preisen hatte in Russland eine Haushaltskrise ausgelöst. Der jüngste starke Preisanstieg und die US-amerikanische Kehrtwende in Bezug auf die Sanktionen könnten die finanziellen Probleme des Kreml nun bald lösen. Um die Mindereinnahmen der vergangenen Monate vollständig auszugleichen, müssten die Ölpreise laut der "FT"-Berechnung allerdings Monate auf ihrem hohen Niveau verharren.
Russland profitiert dabei nicht nur von den höheren globalen Ölpreisen, meist gemessen an den Preisen der Leitbörsen für die Ölsorten Brent aus der Nordsee und WTI aus Texas. Dank der akuten Ölknappheit in Teilen Asiens ist der Preisabschlag, zu dem Russland in den vergangenen Jahren sein sanktioniertes Öl verkaufen musste, verschwunden. Um sein Rohöl loszuwerden, musste Russland es in den vergangenen Jahren im Durchschnitt 20 bis 30 Dollar billiger pro Fass anbieten als der Brent-Preis. Zuletzt zahlten asiatische Importeure dagegen sogar einen leichten Aufschlag für russisches Öl als Ersatz für ausgebliebene Lieferungen vom Golf.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt laut dem DIW deutlich geringer aus als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Doch Autofahrer spüren den Iran-Krieg längst an der Tankstelle. Wie sehr er die deutsche Konjunktur belastet, bewerten Ökonomen unterschiedlich. Vor allem ein Punkt macht ihnen Sorgen.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.











