
Chinas Energiewende hat überraschende Widersprüche
n-tv
China ist der Gigant der erneuerbaren Energien. Allein 2025 installiert die Volksrepublik dreimal so viele Solaranlagen, wie Deutschland insgesamt hat. Aber auch Kohlekraftwerke schießen wie Pilze aus dem Boden. Im Umland von Peking darf aber nicht mit Kohle geheizt werden.
China ist der Gigant der erneuerbaren Energien. Allein 2025 installiert die Volksrepublik dreimal so viele Solaranlagen, wie Deutschland insgesamt hat. Aber auch Kohlekraftwerke schießen wie Pilze aus dem Boden. Im Umland von Peking darf aber nicht mit Kohle geheizt werden.
Das schmutzige China? Das war einmal. Während die USA an Öl und Erdgas kleben, investiert die Volksrepublik massiv in Wind, Solar und Batterien. Nirgendwo sonst sind schon jetzt so viele Elektroautos unterwegs. China ist der globale Vorkämpfer der Energiewende. Der weltweit erste "Elektrostaat". Eine "aufsehenerregende" Vision, sagt Kevin Tu im "Wieder was gelernt"-Podcast von ntv. "Aber die Realität ist komplizierter."
Kevin Tu ist Direktor der Denkfabrik Agora Energy China. Sein Weg in die Energiebranche war gewissermaßen vorgezeichnet. Bereits sein Vater verdiente sein Geld in der Energiewirtschaft. Er arbeitete für die großen chinesischen Ölkonzerne CNPC und Sinopec.
Auch Tu begann seine Karriere in der Branche, als Bauleiter in der Öl- und Gasindustrie. Dort allerdings hat er die Auswirkungen der fossilen Industrien auf die chinesische Umwelt gesehen. Er entschied sich, in Kanada Ressourcenmanagement zu studieren und sich mit Fragen der Energie- und Klimapolitik zu beschäftigen.
Seitdem hat sich die chinesische Energieindustrie komplett gewandelt. "Um das chinesische Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten", wie Tu im Podcast sagt. "Früher war die chinesische Ölindustrie ein wichtiger Exporteur für den Weltmarkt. Inzwischen ist China der größte Importeur von Öl und Gas auf der Welt."

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt laut dem DIW deutlich geringer aus als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Doch Autofahrer spüren den Iran-Krieg längst an der Tankstelle. Wie sehr er die deutsche Konjunktur belastet, bewerten Ökonomen unterschiedlich. Vor allem ein Punkt macht ihnen Sorgen.












