
Studie: So könnte eine zwei Grad wärmere Welt aussehen
n-tv
Eine neue Analyse von Klimamodellen durch ein Leipziger Forscherteam liefert ein alarmierendes Ergebnis: Schon bei zwei Grad Erwärmung könnten die Worst-Case-Szenarien schlimmer ausfallen als die erwartbaren Szenarien bei drei oder sogar vier Grad Erwärmung
Eine neue Analyse von Klimamodellen durch ein Leipziger Forscherteam liefert ein alarmierendes Ergebnis: Schon bei zwei Grad Erwärmung könnten die Worst-Case-Szenarien schlimmer ausfallen als die erwartbaren Szenarien bei drei oder sogar vier Grad Erwärmung
Schon bei einer Erderwärmung um zwei Grad Celsius können Wetterereignisse auftreten, die mitunter extremer sind als bei einer Erwärmung um drei oder sogar um vier Grad. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die sich vor allem auf Klimarisiken in drei Bereichen konzentriert: Starkregen in dicht besiedelten Regionen, Dürren in bedeutsamen Agrargebieten und Wetterverhältnisse, die Waldbrände begünstigen. Unabhängige Experten halten die Studie unter Federführung von Emanuele Bevacqua und Jakob Zscheischler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig für einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Klimawandels.
Noch immer sind Simulationen zu Folgen des Klimawandels mit großen Unsicherheiten behaftet. "Im Sinne einer verantwortungsvollen Risikobewertung sollten wir deshalb über die wahrscheinlichsten Entwicklungen hinausblicken und auch extreme Szenarien berücksichtigen, die schwerwiegende gesellschaftliche oder ökologische Folgen haben könnten", wird Bevacqua in einer UFZ-Mitteilung zitiert. Er und seine Kollegen werteten globale Simulationen zahlreicher Klimamodelle aus, die auch den Berichten des Weltklimarates (IPCC) zugrunde liegen. Während üblicherweise die Werte aus verschiedenen Simulationen gemittelt werden, blickten die Forscher diesmal auf die Extremwerte - also auf Worst-Case-Szenarien.
Die extremsten Werte bei einer Erwärmung um zwei Grad fanden sie bei der Analyse von Dürren in Agrargebieten, die für die weltweite Sicherung der Ernährung wichtig sind. So nahm die Häufigkeit von Dürren in diesen Gebieten in zwei Klimamodellen um mehr als 35 Prozent zu, in einem Modell sogar um mehr als 50 Prozent, wie das Team im Fachjournal "Nature" berichtet.
Der Mittelwert dafür lag bei einem Plus von 11 Prozent. Zum Vergleich: Selbst im Falle einer Erwärmung um vier Grad liegt der Mittelwert bei 16 Prozent mehr Dürren. "10 der 42 untersuchten Modelle liefern bei zwei Grad Ergebnisse, die deutlich über dem Modellmittel bei vier Grad Erwärmung liegen", betont Bevacqua mit Blick auf die Simulationen zu den Dürren.

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