
Schulze und Grimm-Benne uneins über Rückkehr von Ukrainern
n-tv
Sollen arbeitsfähige junge Ukrainer in ihre Heimat zurückkehren, um ihr Land zu unterstützen? Über diese Frage herrscht innerhalb der Regierung Sachsen-Anhalts Uneinigkeit.
Sollen arbeitsfähige junge Ukrainer in ihre Heimat zurückkehren, um ihr Land zu unterstützen? Über diese Frage herrscht innerhalb der Regierung Sachsen-Anhalts Uneinigkeit.
Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und seine Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sind uneinig in der Frage über die Rückkehr ukrainischer Männer in ihre Heimat. Mit der Unterstützung Deutschlands und Sachsen-Anhalts für die Ukraine sei eine klare Erwartungshaltung verbunden, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) der "Welt". "Die Ukraine muss dafür sorgen, dass sich ihre jungen Männer in den Dienst einer sicheren und wirtschaftlich gesunden Ukraine stellen, statt nach Deutschland auszureisen."
"Ich will keine jungen Ukrainer aus der sicheren Bundesrepublik an die Front schicken. Das steht uns gar nicht zu,", sagte Schulze. Arbeitsfähige Männer müssten aber in ihre Heimat zurückkehren, um beispielsweise als Krankenpfleger die Kliniken zu unterstützen oder als Elektriker die angegriffene Energie- und Wärmeversorgung wieder in Gang zu bringen. "Anders ist die umfassende Hilfe Deutschlands für die Ukraine gegenüber unserer Bevölkerung nicht zu rechtfertigen", sagte Schulze.
Er kritisierte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die Lockerung der Ausreiseregelungen für 18- bis 22-Jährige wegen der daraufhin gestiegenen Flüchtlingszahlen. "Das muss wieder rückgängig gemacht werden", sagte Schulze.
Arbeitsministerin Grimm-Benne widersprach Schulzes Forderungen. Die ukrainische Regierung habe jungen Männern die Ausreise erlaubt, damit sie sich im Ausland bilden und ihre Qualifikationen später beim Aufbau der Ukraine einsetzen können, sagte die SPD-Politikerin laut einer Mitteilung. "Sachsen-Anhalt wird diesen Weg gemeinsam mit den Ukrainern weitergehen."













