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Machen Mobilfunkdaten die Pandemie vorhersagbar?

Machen Mobilfunkdaten die Pandemie vorhersagbar?

n-tv
Tuesday, January 11, 2022 05:34:13 PM UTC

Die meisten Menschen haben ihr Smartphone immer dabei - zumindest, wenn sie das Haus verlassen. Das nutzen Forschende in Connecticut. Sie können mithilfe anonymer Lokalisationsdaten das Pandemiegeschehen ein Jahr lang nachvollziehen.

Enger Kontakt zwischen Menschen gilt als Hauptursache für die Übertragung von Sars-CoV-2. Das können Forschende um Forrest Crawford nun mit ihren aktuellen Studienergebnissen bestätigen. Das internationale Team hat dafür die Geolokalisationsdaten von insgesamt 788.842 Mobiltelefonen im US-Bundesstaat Connecticut über ein Jahr hinweg beobachtet. Das entspricht etwa 22 Prozent der 3,6 Millionen Einwohner von Connecticut. Alle Daten wurden anonym erhoben, gesammelt und ausgewertet. Mithilfe dieser Daten waren die Forschenden in der Lage, das Pandemiegeschehen in dem US-Bundesstaat über ein Jahr hinweg nachzuvollziehen.

Besonderes Augenmerk legte das Team angesichts der Übertragungsursache auf die Kontakthäufigkeit von Personen. Für diese Modellrechnungen wurde der gesamte US-Bundesstaat in zwei mal zwei Meter große Quadrate eingeteilt. Die Forscher berechneten auf der Grundlage der bereits gewonnenen Daten, wie oft sich zwei Mobiltelefone, beziehungsweise deren Besitzer, zur selben Zeit im selben Quadrat befanden. Auf diese Weise können Kontaktwahrscheinlichkeiten ermittelt werden. Zudem sind mit diesem Verfahren Projektionen in Echtzeit möglich, die bei der Eindämmung des Coronavirus helfen können.

Die Forscherinnen und Forscher hoffen nun, dass ihr Verfahren auch für neue Modellrechnungen herangezogen werden kann, um das Pandemiegeschehen in Zukunft nicht nur besser einschätzen, sondern auch rechtzeitig mit zielgerichteten Corona-Maßnahmen darauf reagieren zu können. Für die Forschenden wäre beispielsweise denkbar, dass es in Regionen, in denen es viele Kontakte gibt, dann auch zu häufigeren Testungen kommt. Die Studienergebnisse wurden bei Science Advances veröffentlicht.

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