
Fresenius will nun die "Goldschätze" heben
n-tv
Fresenius macht einen Haken unter den jahrelangen Konzernumbau. Vorstandschef Sen gibt einen äußerst zuversichtlichen Ausblick und verspricht eine Innovationsoffensive. Bei Analysten löst das zunächst allerdings wenig Jubel aus.
Fresenius macht einen Haken unter den jahrelangen Konzernumbau. Vorstandschef Sen gibt einen äußerst zuversichtlichen Ausblick und verspricht eine Innovationsoffensive. Bei Analysten löst das zunächst allerdings wenig Jubel aus.
Angetrieben von seinen Kernsparten Kabi und Helios peilt der Gesundheitskonzern Fresenius weiteres Wachstum an. Der Umbau der vergangenen Jahre sei abgeschlossen, nun folge eine Innovationsoffensive, sagte Vorstandschef Michael Sen in Bad Homburg. "Das Heben der Goldschätze wird jetzt kommen." Der Umsatz soll dieses Jahr organisch um vier bis sieben Prozent zulegen und das Kernergebnis je Aktie währungsbereinigt um fünf bis zehn Prozent steigen. Zudem hob Fresenius die mittelfristigen Renditeziele für seine Medikamentensparte Kabi an.
An der Börse kam der Ausblick jedoch nicht gut an. Die Aktie von Fresenius fiel um fast vier Prozent und zählte damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax. "Knackpunkt ist der Ausblick 2026", teilten die Analysten der DZ Bank mit. Nach Aussage von James Vane-Tempest von Jefferies liegt die Spanne unter der Markterwartung.
Sen verteidigte die Prognose als "relativ stark" angesichts der weltweiten Unsicherheiten. "Wir haben noch viel Arbeit in den nächsten dreieinhalb Quartalen vor uns", sagte der Fresenius-Chef. Mögliche Auswirkungen des jüngsten Urteils des Obersten Gerichtshofs der USA gegen die Zölle von US-Präsident Donald Trump sind in der Prognose nicht enthalten. Diese könnten noch nicht abgeschätzt werden. Sen zeigte sich aber zuversichtlich: Da die US-Regierung auf Versorgungssicherheit bei Medikamenten Wert lege, gehe er davon aus, dass das Generika-Geschäft von Zöllen befreit bleibe. Die Medizintechnik sei nur in geringerem Ausmaß betroffen.
Im vergangenen Jahr stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) von Fresenius währungsbereinigt um sechs Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um fünf Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Das organische Wachstum lag bei sieben Prozent und erreichte damit das obere Ende der Prognose. Treibende Kräfte waren die Pharmasparte Kabi und die Klinikkette Helios. Die Aktionäre sollen eine um fünf Cent höhere Dividende von 1,05 Euro je Aktie erhalten.

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