
Das Haus mit Rutsche, das nie Wirklichkeit wurde
n-tv
Babe, Maman, der "Seestern" - das ist Laylas ganze Welt. Bunt, ein bisschen chaotisch, oft lustig. Doch dann beginnt 1991 der Golfkrieg im Irak, der Heimat des Vaters. Und alles wird anders.
Babe, Maman, der "Seestern" - das ist Laylas ganze Welt. Bunt, ein bisschen chaotisch, oft lustig. Doch dann beginnt 1991 der Golfkrieg im Irak, der Heimat des Vaters. Und alles wird anders.
Layla Beni Sayed wächst als Tochter einer französischen Mutter und eines irakischen Vaters zusammen mit ihrem kleinen Bruder Nouri in Saarbrücken auf. Nouri heißt bei ihr nur der "Seestern", was gleichermaßen ein Ausdruck ihrer Liebe wie ihrer Fantasie ist.
Den Vater nennt sie liebevoll Babe, arabisch für Vater mit langem a. Er ist voller Charisma und ein Träumer. Immer wieder unternimmt er neue Versuche, sich beruflich zu verwirklichen. Doch jede Geschäftsidee scheitert und mit ihr lösen sich auch die damit verbundenen Versprechen immer wieder in Luft auf - der Umzug nach New York ebenso wie das Haus in Bagdad mit Rutsche direkt in den Tigris.
Ihre Maman entstammt dem französischen Großbürgertum, eine Tatsache, die vor allem die Großmutter nicht müde wird, allen Beteiligten in Erinnerung zu rufen. Mit der Wahl ihres irakischen Mannes rebelliert die Mutter nicht nur gegen die eigenen Eltern, sondern gleich gegen ihre ganze Herkunft, die Villa, die weißen Tischdecken, die strenge Erziehung, die Religion und bleibt dennoch das Kind dieser Eltern, gleichzeitig glamourös und distanziert. Für Layla sind ihre Eltern "das glamouröseste Liebespaar Saarbrückens".
Dann beginnt 1991 der Golfkrieg und die chaotisch-liebevolle Familienwelt der Beni Sayeds bekommt zunächst immer mehr Risse, bis sie schließlich zerbricht. Ohnmächtig verfolgt Babe die Bombardierung Bagdads, unfähig, seiner Familie in der fernen Heimat zu helfen. Er verändert sich, wird plötzlich religiös, radikalisiert sich und was das Schlimmste ist, er wird Frau und Kindern fremd. Der lustige Vater, der aus jeder Situation eine Geschichte mit verteilten Rollen machen konnte, ist wie ausgelöscht.

Nelly hat ein wunderbares Leben: Ihr Mann sorgt dafür, dass Frau und Kinder es gut haben. Nelly sorgt dafür, dass alles schön sauber ist. Eines Tages zerbricht das Idyll, Abgründe tun sich auf. Hält die Familie das durch? Amelie Fried spricht mit ntv.de über alte Rollenbilder, die nie wieder en vogue sein sollten.












