
Wie Krieg und Frieden von der Wirtschaft abhängen
n-tv
Russland befindet sich im Krieg, die Wirtschaft des größten Landes der Welt im Kriegsmodus - und Europa rüstet auf. Aus gutem Grund? Kann Putin nicht anders, muss er das Baltikum, Polen, Deutschland, die Nato angreifen? Und wie ist es um Chinas Militär bestellt? Ein Hörbuch öffnet die Augen.
Russland befindet sich im Krieg, die Wirtschaft des größten Landes der Welt im Kriegsmodus - und Europa rüstet auf. Aus gutem Grund? Kann Putin nicht anders, muss er das Baltikum, Polen, Deutschland, die Nato angreifen? Und wie ist es um Chinas Militär bestellt? Ein Hörbuch öffnet die Augen.
In der Ukraine tobt seit mehreren Jahren bereits ein Krieg. Der menschliche Blutzoll geht in die Hunderttausende, mindestens. Aber der russische Aggressor ist nach wie vor weit entfernt von einer Eroberung Kiews. Ganz im Gegenteil. Aber ein Einlenken, Waffenstillstandsgespräche oder gar Friedensverhandlungen? Nicht mit Moskau, nicht mit Wladimir Putin. Diese Art "Sieg" hat in seinem imperialen Gedankengut keinen Platz. Und so rüstet Europa auf, beschwört Deutschland die "Zeitenwende", denn ein Angriff von Putins Russland auf einen weiteren europäischen Nachbarn scheint unumgänglich, nur noch eine Frage der Zeit.
Aber ist das wirklich so? Kann Putin nicht mehr aus seiner Haut und die russische Wirtschaft nicht mehr aus dem Kriegsmodus zurück? Und wie steht es um China und die Machtgelüste Xi Jinpings Taiwan betreffend? Droht da der nächste Krieg? Arbeiten die beiden "Reiche" zusammen? Was bedeutet das für Deutschland, für Europa? Die angesehene deutsche Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann geht diesen Fragen in ihrem neuen Buch "Geld als Waffe", erschienen bei Kiepenheuer & Witsch sowie bei Hörbuch Hamburg, nach. Es ist eine augenöffnende Bestandsaufnahme aus der Sicht einer Wirtschaftsexpertin und eine Analyse, die für Gänsehaut sorgt.
Dabei gilt laut Herrmann: "Geld ist die zentrale Waffe." Der Grund: Waffen kosten Geld. Das war früher so und hat sich bis heute nicht geändert. Panzer, Flugzeuge, Haubitzen, Raketen, Drohnen, Bomben: Der Preis ist heiß. Und auch wenn Russland kostengünstiger produziert als der Westen (Stichwort: Skaleneffekte), muss auch hierfür erst einmal das nötige Kleingeld her. Ein Rohölpreis um die 100 Dollar oder höher, wie etwa derzeit, dürfte Putins Kriegsherz höher schlagen lassen, denn das Gros der Einnahmen erzielt Russland mit Rohstoffen.
Das ist ein Vorteil Putins: Die russische Ökonomie ist auf Kriegswirtschaft umgestellt. Das heißt, dass alles, was Rüstung betrifft, Vorrang hat. Eine Umstellung, quasi eine Rückabwicklung in Richtung Normalität, ist äußerst langwierig und alles andere als problemfrei. Auch deshalb gehen einige Militärexperten davon aus, dass - sollte Putin sein Ziel der Eroberung der Ukraine erreicht haben - "andernorts" weitermachen wird, ja muss. Allein ein Rückbau der in der Rüstungsindustrie derzeit Beschäftigten auf ein normales Vorkriegsmaß dürfte die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen lassen und birgt soziales Sprengstoffpotenzial.













